Spezielle Puppen zeigen jungen Frauen, was mit einem Baby auf sie zukommt

Einmal Mutter und zurück

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Marlene Brokmann, Brigitte Meyer-Tönjes und Maria Slak (hinten, von links) mit einigen Teilnehmerinnen des Projekts „Babybedenkzeit“.

Landkreis - Von Karsten Tenbrink. Wenn einige Schülerinnen der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen derzeit etwas unausgeschlafen sind, liegt das möglicherweise daran, dass eine Puppe sie nachts auf Trab gehalten hat. Anhand von Simulationsbabys lernen zehn junge Frauen gerade nämlich, was es heißt, Mutter eines Säuglings zu sein.

Füttern, Windeln wechseln, wiegen und Bäuerchen machen lassen – all diese Aufgaben warten während drei Tagen und zwei Nächten auf die Teilnehmerinnen des Projekts. Seit acht Jahren bieten es die BBS in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle „donum vitae“ in Wildeshausen an.

„Wir bereiten die Schülerinnen mehrere Wochen lang auf ihre Zeit als Mutter vor“, berichtet Lehrerin Marlene Brokmann. Dabei üben die jungen Frauen zum Beispiel, wie sie ein Baby richtig halten und versorgen. Ob sie einen Jungen oder ein Mädchen zu betreuen haben, wird zufällig entschieden. Deshalb müssen sich die Teilnehmerinnen für beide Varianten einen Namen überlegen.

Während der Schulzeit sind die Puppen im Modus „Tagespflege“, erklärt Brigitte Meyer-Tönjes von „donum vitae“, die unter anderem für die Programmierung zuständig ist. „In dieser Zeit passiert nichts, es ist, als wenn die Babys in der Kindertagesstätte sind“, so Meyer-Tönjes. „Aber nachmittags und nachts – da sind die jungen Frauen gefordert.“

Das Projekt sei keineswegs als Abschreckung gedacht, betont Meyer-Tönjes. Sie sei natürlich froh, wenn sich Frauen dazu entschließen, ein Kind zu bekommen. „Aber sie sollen möglichst genau wissen, was auf sie zukommt“, meint die Sozialpädagogin. So erklärt sich auch der Name des Projekts: Babybedenkzeit.

Ihre Erfahrungen als Mütter auf Zeit besprechen die Teilnehmerinnen anschließend mit Brokmann, Meyer-Tönjes und Schulsozialarbeiterin Maria Slak. Im Moment absolvieren Schülerinnen im Berufsvorbereitungjahr und der Berufseinstiegsklasse das Projekt. Aber auch anderen Frauen steht die Möglichkeit offen, das Muttersein mit einem Simulationsbaby zu testen: Ab einer Gruppengröße von drei Personen können sich Interessierte bei „donum vitae“ unter Tel. 04431/73220 melden.

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