Therapiepraxis näht Masken und reicht Einnahmen an Projekte weiter

Spende für Gnadenhofhunde

Bei der Geldübergabe auf dem Gnadenhof in Düngstrup: Die 1 200 Euro sollen in ein Kühlhaus investiert werden.  
Foto: Stayforever
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Bei der Geldübergabe auf dem Gnadenhof in Düngstrup: Die 1 200 Euro sollen in ein Kühlhaus investiert werden. Foto: Stayforever
  • Dierk Rohdenburg
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Wildeshausen – Die Coronakrise hat nicht nur negative Auswirkungen auf unser Zusammenleben gehabt. Weil das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben über Wochen heruntergefahren wurde, gab es in der Region viele Initiativen, die das gemeinschaftliche Miteinander deutlich gestärkt haben. Eine dieser Aktionen war der Entschluss der Mitarbeiterinnen der Wildeshauser Praxis für Ergotherapie, Logopädie und Lerntherapie Silke Rügge, Masken zu nähen, um diese gegen eine freiwillige Spende abzugeben.

Ein Näh-Team, unter anderem bestehend aus Rügge, Silke Kyere und Inis Taminga, setzte sich an die Maschine, um in der Zeit, in der die therapeutischen Maßnahmen praktisch zum Erliegen gekommen waren, rund 600 Masken anzufertigen. „Aus einzelnen Anrufen wuchs schnell die Nachfrage von Einzelpersonen bis zu Aufträgen von bis zu 100 Einheiten“, berichtet Rügge, die – auch aufgrund unserer Berichterstattung – auf viele Menschen zählen konnte, die Stoffe und Gummibänder gespendet haben.

2 400 Euro eingenommen

Nach Abschluss der Aktion befanden sich schließlich 2 400 Euro in der Kasse. „Wir haben dann gemeinsam entschieden, die Einnahmen zu gleichen Teilen an die Organisation ,Ärzte ohne Grenzen‘ und an den regionalen Gnadenhof für Hunde ,Stay for ever‘ zu spenden“, berichtet Rügge.

Vor wenigen Tagen waren sie und ihre Mitarbeiterinnen in Düngstrup und sahen sich das Projekt von Eva-Maria Liersch und ihrer Partnerin Bella Kaczorek an. Auf dem Resthof der Hundepension „Bella for Dogs“ gibt es ein Stammrudel von 15 Hunden, zu dem über den Verein „Stay for ever“ sieben Tiere kommen. Nur einer der 22 auf dem Hof lebenden Hunde ist bewusst von einem Züchter gekauft worden. Die anderen Vierbeiner sind alle über den Tierschutz auf den Hof gelangt. Ob aufgrund von Scheidung oder Tod des Hundehalters, die Vielzahl persönlicher Schicksalsschläge macht auch vor den Hunden nicht halt, die dann niemanden haben, der sich ihrer annimmt.

Betreiber reagieren überrascht

Liersch und Kaczorek reagierten sehr überrascht und erfreut über die Spende und führten die Besucher über das Gelände. Sie wussten aber auch gleich, wofür sie das Geld verwenden können. „Wir planen, hier ein Gefrierhaus für das Futter zu errichten“, erzählte Liersch. Alle drei Wochen würde sie rund 300 Kilogramm Fleisch und Gemüse für die Hunde kaufen, das derzeit in drei Gefriertruhen sowie einem Gefrierschrank gelagert würde. „Ein Haus ist deutlich wirtschaftlicher“, hat sie erfahren und möchte das Projekt nun mit dem Geld aus der Maskenproduktion verwirklichen. Rügge konnte sich davon überzeugen, dass die Spende am richtigen Ort ankommt. „Zum Glück wandelt sich gerade die aktuelle Lage, sodass wir langsam wieder zur beruflichen Normalität zurückkehren können und das Nähen eingestellt haben“, berichtet sie rückblickend. „Die Aktion war für uns aber hilfreich, um über die dunkle Zeit hinwegzukommen und dabei natürlich auch Mitmenschen eine Freude machen zu können.“  dr

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