SPD-Senioren erinnern in der Kreisstadt an das Ende des Zweiten Weltkrieges

„Frieden ist nicht alles...“

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Vor dem Kreuz mit Willy Brandts Ausspruch stellten sich die SPD-Senioren zum Gruppenfoto auf.

Wildeshausen - Unter dem Motto „Appell für den Frieden“ erinnerten die SPD-Senioren gestern auf dem Wildeshauser Wochenmarkt an das Ende des Zweiten Weltkrieges. Viele Passanten zeigten sich überaus interessiert.

Für ihren Appell hatten sie ein nicht zu übersehendes über zwei Meter hohes Kreuz mit Willy Brandts Ausspruch „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts“ aufgebaut. Vermerkt war, dass die letzten Kampfhandlungen um Wildeshausen vom 10. bis 16. April 1945 datieren. Dabei verloren zwölf Zivilpersonen ihr Leben.

Bei den sinnlosen Verteidigungs-Kämpfen in Ganderkesee am 21. April kamen noch 56 Soldaten zu Tode, in Kirchhatten vom 23. bis 26. April waren es 70 Deutsche und 50 Kanadier, und vom 26. bis 28. April bei den letzten Kämpfen um Hude 29 deutsche Soldaten, zehn Zivilisten sowie fünf Zwangsarbeiter.

Hermann Bokelmann, Vorsitzender der SPD-AG „60plus“, der das ermittelte, sagte dazu: „Kriege sind immer sinnlos, aber diejenigen, die uns verantwortungslos ins Verderben stürzten, fanden nicht einmal den Mut, dieses Sterben zu beenden, als bereits alles verloren war.“

„60plus“-Bezirksvorsitzender Gerd Groskurt, der die Aktion für ganz Weser-Ems organisierte, fügte hinzu: „Über die militärische Niederlage hinaus ist uns besonders wichtig, daran zu erinnern, dass schon zwölf Jahre früher mit der Machtergreifung der Nazis die demokratische Kapitulation erfolgte. Die eigentliche Niederlage stand am Beginn der Nazi-Zeit und nicht erst an ihrem Ende.“

Auf Handzetteln prangerten die SPD-Senioren an, dass rechtsextreme Parteien heute wieder wählbar geworden sind und rechte „Rattenfänger“ versuchten, die Jugend für ihre Ziele zu gewinnen.

Der Appell der Senioren: „Seht nicht ohnmächtig zu, wie Einzelne sich der Demokratie bedienen, um unsere demokratischen Freiheiten zu zerstören. Bleibt nicht untätig, wenn extreme Gruppen unsere Toleranz ausnutzen, um Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit zu säen.“

Hermann Bokelmann mahnte: „Aus der bitteren Erfahrung meiner von den Nazis verführten und manipulierten Jugend, warne ich: Rennt niemals – wie wir – einem Trommler blindlings hinterdrein.“

Als Ziel der Demonstration nannte er: „Nach 1945 legten viele das Versprechen ab, nie wieder Krieg. Weil es selbst in Europa wieder unfriedlicher wird, rufen wir die Kriegsfolgen in Erinnerung und appellieren für den Frieden.“

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