Angebote der Hersteller liegen jetzt vor

SPD: Drehleiter zu teuer kalkuliert

Im März testet die Feuerwehr eine Drehleiter des Herstellers Magirus auf der Westerstraße.

Wildeshausen - Die SPD-Fraktion im Wildeshauser Stadtrat kritisiert die im Haushaltsplanentwurf veranschlagte Summe von 800 000 Euro für die Anschaffung einer neuen Drehleiter für die Freiwillige Feuerwehr.

Den Sozialdemokraten geht es dabei nach eigenen Angaben nicht um die Frage, ob überhaupt eine Drehleiter angeschafft werden muss. Das ist unstrittig. Doch über den Preis müsse man sich noch intensiv unterhalten, so die Einschätzung der Partei, die Veröffentlichungen aus dem laufenden Jahr ausgewertet hat und dabei zu dem Ergebnis gekommen ist, dass eine Anschaffung deutlich günstiger möglich sein müsste.

„Die Drehleiterin werden deutschlandweit nach den Vorstellungen der jeweiligen Wehren auf Einzelbestellung durch wenige Hersteller angeboten“, schreibt Ratsherr Walter Panschar. Unter der Voraussetzung, dass auch die Wildeshauser Wehr ein Fahrzeug der durchgängig größten Fahrzeugklasse eines deutschen Herstellers bekommen solle, um die Versorgung mit Ersatzteilen langfristig sicher zu stellen, seien in diesem Jahr Kosten zwischen 550 000 und 650 000 Euro notwendig geworden. „In Dutzenden von Meldungen aus dem ganzen Bundesgebiet wird jeweils berichtet, dass die angeschafften Drehleitern die idealen Geräte für die örtlichen Wehren seien. Und auch ein Blick in die nähere Umgebung hat gezeigt, dass die Stadt Diepholz im laufenden Jahr eine Drehleiter dieser Klasse im Wert von 560 000 Euro angeschafft hat“, so Panschar.

Vor diesem Hintergrund hält die SPD-Fraktion den Investitionsansatz für die Wildeshauser Wehr in Höhe von 800 000 Euro für deutlich überhöht. Für so viel Geld sei in diesem Jahr keine Drehleiter in Deutschland in dieser Kategorie angeschafft worden.

Es sei keineswegs die Absicht der SPD der Feuerwehr Wildeshausen ein erstklassiges und notwendiges Fahrzeug zur verwehren, betont Panschar. Der Respekt vor der Arbeit der Feuerwehr bringe es mit sich, dass sie mit guter Ausrüstung ausgestattet werde. Doch zwischen dem besten, das es auf dem Markt gibt, bis zum teuersten, was man bestellen kann, sei eine deutliche Grenze zu ziehen. In diesem Zusammenhang kritisiert die SPD-Fraktion, dass bis zur Ausschreibung der Bestellung kein Rat und kein Ausschuss in die Entscheidungen eingebunden war.

Nach Auskunft von Stadtpressesprecher Hans Ufferfilge hat es mittlerweile eine Ausschreibung gegeben. Am Montag war Subissionstermin. Somit liegen der Stadt nun die Angebote der Hersteller für die exakt benannten Anforderungen der Wildeshauser Feuerwehr vor. „Wir werden das nun auswerten und dem Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Oldenburg vorlegen“, berichtet Ufferfilge über das weitere Verfahren. Dieses lasse dann aber nach erfolgter wirtschaftlicher Prüfung auch keine großen Spielräume mehr bei der Vergabe zu. Die Summe, die dann für die neue Drehleiter veranschlagt werden müsse, werde rechtzeitig zu den Haushaltsberatungen im Januar eingebracht, sodass mit der erforderlichen Ausgabe geplant werden könne. - dr

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