Grundstücksvermarktung ab Herbst / Kooperation mit Bioenergie-Gesellschaft

Spascher Park erhält Fernwärme

Vorbereitung für die ersten Eigenheime: An dieser Stelle auf dem ehemaligen Kasernengelände befindet sich der erste Bauabschnitt.
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Vorbereitung für die ersten Eigenheime: An dieser Stelle auf dem ehemaligen Kasernengelände befindet sich der erste Bauabschnitt.
  • Dierk Rohdenburg
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Wildeshausen – Direkt neben dem exklusiven Spascher Sand Resort in Wildeshausen wird derzeit das größte Wohnbauprojekt der Kreisstadt vorbereitet: Im Spascher Park sollen in drei Bauabschnitten 55 Häuser errichtet werden. Die Baufeldräumung ist nach Angaben des Geschäftsführers der Spascher Sand Immobilien-Gesellschaft, Ingo Stritter, in den vergangenen Monaten gut vorangekommen. „Im August beginnen wir mit dem Kanal- und Straßenbau. Im Spätherbst startet die Vermarktung“, gibt Stritter den Plan vor, der dazu führen soll, dass Wildeshausen auf dem ehemaligen Kasernengelände ein ganz neues Wohnviertel bekommt.

Und noch etwas ist an dieser Stelle besonders: Die Immobilien-Gesellschaft und die benachbarte Spascher Bioenergie-Gesellschaft haben vereinbart, dass alle neuen Häuser auf dem Areal mit Fernwärme aus regenerativen Energien versorgt werden können. „Damit erfüllen die Eigentümer problemlos die Vorgaben der Energieeinsparverordnung“, kündigt Geschäftsführer Henning Schnitger von der Bioenergie--Gesellschaft an.

Zusammen mit seinem Sohn Arne Schnitger und weiteren Teilhabern investiert er rund zwei Millionen Euro und kann darauf hoffen, die Bioenergieanlage dauerhaft besser auszulasten. „Eine Investition in die Zukunft“, sagt Henning Schnitger.

Die Weichen dazu hatten die beiden Wildeshauser vor vier Jahren gestellt, als sie eine Änderung des Bebauungsplanes für ihre seit 2010 genehmigte Anlage beantragt hatten. Die Produktion konnte so von jährlich 2,3 Millionen Normkubikmetern Biogas auf 3,5 Millionen gesteigert werden.

„Unsere Anlage wird ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen und biologischen Reststoffen angetrieben“, so Arne Schnitger. „Die Inhaltsstoffe werden durch spezielle Bakterien unter Ausschluss von Sauerstoff abgebaut. Durch den Vergärungsprozess entsteht energiereiches Biogas. Die nahe am Wohngebiet integrierten Gasmotoren erzeugen damit nachhaltigen Ökostrom. Dabei entsteht eine Wärme, die wiederum für ein effizientes Fernwärmenetz genutzt wird. Dieses besteht aus einem Kreislauf, bei dem das Wasser durch das Kühlen des Gasmotors auf 80 Grad Celsius erhitzt wird und zu den Heizungsanlagen der Wohngebäude fließt“, sagt er.

Aufgrund der Erweiterung der Biogasanlage konnte auf dem Gelände der Gut Spascher Sand Privatschule ein weiteres Blockheizkraftwerk installiert werden. „In den nächsten Wochen beginnen die Erdarbeiten und Umbaumaßnahmen der Heizungsanlagen an den Gebäuden der Schule, sodass nach den Ferien die Schulgebäude, der Kindergarten sowie alle weiteren Gebäude mit nachhaltiger Fernwärme unserer Biogasanlage versorgt werden“, kündigt Arne Schnitger an. Drüber hinaus sei in den vergangenen Jahren ein Fernwärmenetz im Wohngebiet Spascher Sand ausgebaut worden, sodass die Bewohner auf eine einfache und nachhaltige Wärmeversorgung zurückgreifen konnten. Neben den Bewohnern profitierten auch das Schulgebäude der Integrierten Gesamtschule sowie das Bürogebäude der Firma Hoffrogge vom Wärmekonzept.

„Die Erweiterungen lassen weitere Wärmekapazitäten zu, sodass das Fernwärmenetz nun auch das neue Verwaltungsgebäude sowie die alten Gebäude des Wildeshauser Bauhofs und das geplante Wohngebiet Spascher Park mit nachhaltiger Wärme speisen soll“, führt Arne Schnitger aus.

Während die Wärmeversorgung der Immobilien geklärt ist, kann Stritter zu den Grundstückspreisen noch keine exakte Auskunft geben. „Wir müssen einen sehr großen Aufwand betreiben, um die Baufelder zu räumen“, erklärt er. Die Preise könnten erst genannt werden, wenn die Rechnungen vorliegen. Dennoch, so Stritter, sei das Interesse sehr groß. „Die Leute wollen schon kaufen, obwohl die Grundstücke noch gar nicht geräumt sind“, erzählt er. Sobald die Preise fixiert seien, sei es auch möglich, sich Areale zu sichern.  dr

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