Sieben Pädagogen hatten gekündigt

Privatschule Gut Spasche setzt wegen Lehrermangels elften Jahrgang aus

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Henning Emler von Maydell, Anke Götze und Klaus Kapell (v.l.) wollen die Schule in ruhiges Fahrwasser bringen.

Wildeshausen - Die Notsituation kam wenige Tage vor den Sommerferien ganz unvermittelt: Sieben Lehrer der Privatschule Gut Spascher Sand kündigten aus unterschiedlichen Gründen kurzfristig. Plötzlich konnte die Schule nicht mehr gewährleisten, im neuen Schuljahr allen Klassen den ihnen zustehenden Unterricht anzubieten.

„Um unser System zu stabilisieren und Ruhe einkehren zu lassen, gibt es deshalb jetzt bei uns für ein Jahr keine elfte Klasse“, so der neue Geschäftsführer der Schule, Henning Emler von Maydell. Außerdem hat er mit Klaus Kapell einen erfahrenen kommissarischen Schulleiter engagiert. Damit möchte er auch einem Vertrauensverlust bei den Eltern entgegenwirken.

Die vergangene Zeit in der Privatschule war hart. Das gibt Emler unumwunden zu. So hatten die Leitungen seit 2013 fast jährlich gewechselt. Auch die Oberstufenkoordinatorin war jetzt zu den Ferien gegangen. Bei Eltern und Schülern gab es einige Unsicherheiten, und nach einem ersten erfolgreichen Abiturjahrgang in 2017 schafften im zweiten Jahr deutlich weniger Schüler die Prüfungen, was für Unwillen bei einigen Eltern gesorgt hatte.

Die formalen Prüfungen bei der Landesschulbehörde sind noch nicht abgeschlossen. „Es geht dabei aber nicht um unsere pädagogische Arbeit“, so Emler von Maydell, der seit dem 1. August die Nachfolge von Geschäftsführerin Renate Rixen angetreten hat. Sie und ihr Mann Wolfgang bleiben weiterhin Träger des Schulprojektes, das mittlerweile über 15 Jahr Bestand hat.

Der Abschluss der zehnten Klassen sollte gewährleistet sein

Emler von Maydell verfügt über mehrjährige pädagogische Erfahrung und kümmert sich nun mit seiner Assistenten Anke Götze um die Geschäftsführung. Er kennt die Probleme einer Privatschule, die unter anderem beim Personal in der Konkurrenz zu den staatlichen Schulen steht. Da die niedersächsische Landesschulbehörde intensiv nach Kräften für den Unterricht sucht, gab es für einige Lehrer von Gut Spasche in diesem Sommer interessante Angebote. Von den 30 Lehrern für den Bereich der Sekundarstufen I und II kündigten sieben.

„Damit standen wir vor der Frage, wie wir den Unterricht für alle gewährleisten können“, so Emler von Maydell. Da der Abschluss der zehnten Klassen ein wichtiges Etappenziel ist, entschied sich die Schule, für ein Jahr die Fortsetzung in Form des elften Jahrgangs zu unterbrechen.

Von den 24 Absolventen mussten sich sieben Schüler eine neue Schule für die Oberstufe suchen. Zwei externe Bewerber blieben dann doch an ihren alten Schulen, und fünf Schüler wiederholen nun die zehnte Klasse, um den erweiterten Realschulabschluss zu schaffen. „Uns ist jeder Schüler wichtig. Wir haben uns intensiv mit ihnen um Perspektiven gekümmert“, sagt Emler von Maydell. Der Träger habe zudem versichert, dass es im kommenden Jahr in jedem Fall wieder eine elfte Klasse geben wird. Das neue Schuljahr startete zudem mit vier neuen Lehrkräften.

Kapell ist eigentlich bereits seit Jahren im Ruhestand

Kapell ist zum wiederholten Mal in die Leitung der Schule gekommen. Der langjährige Dezernent der Landesschulbehörde ist seit 2012 Pensionär. Er begleitete die Privatschule seit vielen Jahren beruflich und war danach bereits Koordinator in Spasche. „Die Schule ist so toll. Da musste ich einfach helfen“, sagt er und kümmert sich nun darum, ruhiges Fahrwasser zu erreichen sowie einen Nachfolger als Leiter zu finden.

„Wir sind sehr gut aufgestellt, haben wunderbare Pädagogen und Konzepte“, so Emler von Maydell. „Diese positiven Punkte sollen wieder in den Mittelpunkt unserer Arbeit rücken“, beugt er Gerüchten vor, dass es an der Einrichtung in naher Zukunft massive Veränderungen geben könnte.

Derzeit hat die Grundschule 85 Schüler. Die Integrierte Gesamtschule mit Oberstufe besuchen aktuell 157 Jungen und Mädchen.

dr

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