Mehr als 100 Kinder beim Jungs-Aktionstag dabei

Spannende Erlebnisse mit einem Hauch Prävention

+
Volle Konzentration war beim Bau der elektronischen Schüttelwürfel gefragt.

Wildeshausen - Von Janin Meyer. „Das ist wahre Prävention“, sagte Dirk Emmerich. Der Kreisjugendpfleger meinte damit die vielen Workshops, die am Sonnabend an mehreren Orten in der Kreisstadt liefen und sich ausschließlich an Jungen im Alter von zehn bis 14 Jahren richteten.

Bei Raketenbau, Selbstverteidigung, Bandworkshop und einigen weiteren Angeboten gab es immer auch „ein bisschen mehr“, wie Emmerich betont. 109 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Landkreis hatten sich für den Jungs-Aktionstag (JAK) angemeldet.

„Beim Graffiti-Workshop zum Beispiel geht es nicht nur darum, ein Graffiti zu erstellen“, erklärte Emmerich. „Die Jungen erfahren auch, dass es sich um eine Kunstform handelt und es nicht erlaubt ist, einfach irgendwo eines dieser Werke zu sprühen.“ So sorgten viele Kurse für Aufklärung, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger daher zu kommen. 

Auch im Workshop von Olaf Hünnekens von der Schule für Selbstverteidigung ging es nicht nur um den Körperkontakt. „Wir üben das hier, damit euch niemand wehtut“, stellte Hünnekens klar. Die Jungen sollten sich deshalb zunächst mit viel Stimme und Selbstvertrauen zur Wehr zu setzen.

Spaß steht im Vordergrund

„An erster Stelle steht bei allen Angeboten der Spaß“, betonte Emmerich. Der Jungs-Aktionstag sei das Gegenstück zum Mädchen-Aktionstag „MIA“ und laufe bereits seit fünf Jahren erfolgreich. Die Teilnehmer hatten vormittags und nachmittags die Möglichkeit, jeweils einen Workshop zu besuchen. Zwischendurch gab es ein gemeinsames Mittagessen. Das Ende der Veranstaltung bildeten eine Präsentation vor allen Eltern sowie ein Abschlussgrillen.

In den einzelnen Workshops waren die Jungen mit großem Eifer bei der Sache. Knifflig zum Beispiel war es beim Bau eines Schüttelwürfels im Jugendzentrum, den vier Mitglieder des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) von der Ortsgruppe Ahlhorn betreuten. Beim Umgang mit Lötkolben, Platinen und Leuchtdioden war Fingerfertigkeit gefragt. „Deswegen üben wir mit den Teilnehmern auch zuerst das Löten, bevor es an den eigentlichen Bau geht“, erzählte Olaf Balke. 

Mats-Ole, Haje Finn, Dustin Maksim, Aaron und Julian waren voller Konzentration dabei und ließen sich von den „alten Hasen“ die Technik erklären. Am Ende durften sie alle einen voll elektronischen Würfel mit nach Hause nehmen, der nach leichtem Schütteln mittels Leuchtdioden eine Zahl anzeigte.

Sachen einfach mal ausprobieren

Gleich nebenan durften sich die Jungen im Workshop „Bumerang bauen“ am Werkstoff Holz probieren. Ein paar Schweißtropfen flossen bereits beim Aussägen der Bumerangs von Hand. Bevor es zum Werfen nach draußen ging, mussten die Werkstücke noch richtig geschliffen werden, damit am Ende auch das Flugverhalten stimmte.

„Beim JAK geht es darum, den Jungen einmal die Möglichkeit zu geben, Sachen zu machen, die außerhalb der Mädchen-Konkurrenz stehen“, meinte Emmerich. „So trauen sie sich, auch Fragen zu stellen, die sie sonst vermutlich nicht stellen würden.“ 

Der Aktionstag sei außerdem eine gute Gelegenheit, Interessen zu wecken und gebe den Teilnehmern die Chance, etwas Neues kennenzulernen. Finanziert wird das Angebot durch die Jugendpflegen, die Präventionsräte und die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis sowie durch den Landkreis selbst.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Kindergartenfest Bücken

Kindergartenfest Bücken

Meistgelesene Artikel

Kirchhatter Unternehmer Cord Naber ersteigert Aumühler Lokal für 150.000 Euro

Kirchhatter Unternehmer Cord Naber ersteigert Aumühler Lokal für 150.000 Euro

Tag der offenen Tür beim OOWV in Wildeshausen

Tag der offenen Tür beim OOWV in Wildeshausen

Teurer Brandschutz: 600.000 Euro mehr für Umzug der Polizei

Teurer Brandschutz: 600.000 Euro mehr für Umzug der Polizei

Bürger stimmen für die gelbe Tonne

Bürger stimmen für die gelbe Tonne

Kommentare