Reisende sind in puncto Türkei sehr verunsichert 

Reisen: „Spanien ist Nummer eins“

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Lea Strauß vom Reisebüro Brockmann ist stets für die Kunden zur Stelle. Auch sie hat einen deutlichen Rückgang der Türkei-Resien zu verbuchen. „Viele Reisende schwenken auf andere Länder um“, sagt sie. 

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Sommerzeit ist Urlaubszeit. Sicherlich sind viele Wildeshauser schon am Urlaubsziel angelangt. Aber was haben sie gewählt, wenn sie im Reisebüro gebucht haben? Und was sind in diesem Jahr die Hauptziele, nachdem die Türkei und Ägypten als nicht ganz sicher gelten? Wir haben uns in zwei Reisebüros der Kreisstadt etwas umgehört.

„Die Tui spricht von einem Rückgang von 40 Prozent – bezogen auf Türkei-Reisen“, sagt Tourismuskauffrau Lea Strauß vom Reisebüro Brockmann. Es gebe reichlich Verunsicherung, immer wieder käme die Frage, ob eventuell eine Umbuchung möglich sei: „Allerdings wurde bislang noch nicht eine Türkei-Reise storniert. Aber die Nachfrage nach diesen Touren ist auch bei uns schon seit dem Anschlag im Januar in Istanbul deutlich zurückgegangen.“

Und wie sieht es mit den griechischen Inseln Kos und Lesbos aus, auf denen sehr viele Flüchtlinge „gestrandet“ waren? „Die Nachfrage war nie richtig weg, die Leute fliegen dort weiterhin hin“, so Strauß. Es kämen hin und wieder Nachfragen nach der Euro-Krise in Griechenland, weil die Menschen auch in diesem Punkt verunsichert seien: „Wir haben aber von einigen Kunden gehört, dass sie keinerlei Probleme oder Einschränkungen wegen der Flüchtlinge hatten.“

Leerere Strände

Dennoch sei ein deutliches Umschwenken erkennbar. „Die Nummer eins ist ganz klar Spanien, nachdem neben der Türkei und Ägypten auch Nordafrika als nicht sicher gilt“, so Strauß. Das aber mache sich bei den Preisen bemerkbar: „Wir haben von Reisenden gehört, dass sie von den deutlich höheren Preisen sehr überrascht gewesen sind. Dort wurde wohl alles merklich teurer.“ Allerdings flögen auch jetzt noch Menschen in die Türkei: „Diese haben sich im Vorfeld hinreichend informiert und wissen, dass die Gebiete zum Beispiel an der Riviera sicher und die Strände dort nun eher etwas leerer sind.“

In die gleiche Kerbe schlägt der Leiter des Tui-Reisecenters, Frank Milch: „Die Urlauber, die schon in der Türkei an der Riviera oder Ägäis waren, fliegen dort auch wieder hin. Aber ansonsten ist die Angst bei den Bürgern schon recht groß.“ Auch er habe wesentlich weniger Reisen in die Türkei verkauft: „Die Leute spezialisieren sich in diesem Jahr auf die Kanaren, Balearen auf Griechenland und natürlich Spanien.“ Kreuzfahrten hätten in diesem Jahr deutlich angezogen: „Diese eignen sich sehr gut für Familien, da es sehr günstige Preise für Kinder gibt.“

Einig sind sich beide Experten darin, dass es trotz der angezogenen Preise in Spanien auch jetzt stets noch ein Schnäppchen für Kurzentschlossene zu finden gibt. „Auch für Bulgarien gibt es zum Beispiel immer wieder Angebote, die sich lohnen“, so Strauß.

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