Ehemals vermögende Leute vor Gericht

Urteil: Soziale Leistungen erschlichen

Wildeshausen - Ein in schwere wirtschaftliche Nöte geratenes Wildeshauser Unternehmerehepaar ist am Montag vom Amtsgericht wegen gewerbsmäßigen Betruges verurteilt worden. Der 77 Jahre alte Mann und seine 78-jährige Frau hatten zu Unrecht 7.700 Euro Sozialleistungen vom Landkreis Oldenburg bezogen.

Zu diesem Entschluss kam die Richterin, obwohl die Angeklagten unschuldig sein wollten. Nun hat jeder sieben Monate Haft auf Bewährung erhalten.

Konkret ging es um 500 Euro, die ein Sohn des Paars monatlich an seine Eltern überwiesen hatte. Diese Zahlung hatten beide gegenüber den Behörden verschwiegen und zwischen 2008 und 2010 unter anderem Grundsicherung im Alter bezogen. Der 77-Jährige erklärte vor Gericht, bei dem Geld seines Sohnes habe es sich um ein Darlehen gehandelt. Dem schloss sich die Richterin allerdings nicht an. „Es waren definitiv Unterhaltszahlungen“, sagte sie.

Ex-Schwiegertochter verrät wichtiges Detail

Die Sache liegt mittlerweile schon acht Jahre zurück. Zwischendurch war ermittelt worden, aber die Staatsanwaltschaft hatte keinen Nachweis erbringen können, dass es sich nicht um ein Darlehen handelte. Doch während eines anderen Verfahrens ließ die Ex-Frau des Sohnes einen Satz fallen, der sich in diese Richtung deuten ließ. Deswegen wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen.

Sie seien „eigentlich vermögende Leute gewesen“, sagte der 78-Jährige. Doch er sei „von vorne bis hinten betrogen worden“. Auch unter den Kindern mangelt es offenbar nicht an Geld. Die Ex-Frau seines Sohnes habe bei der Scheidung vier Millionen Euro erhalten, so der Rentner. Nun wasche seine ehemalige Schwiegertochter „schmutzige Wäsche“, erklärte er ihre Aussage in dem anderen Verfahren. Doch damit konnte er die Richterin nicht überzeugen.

bor

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