Weide im Krandel bleibt stehen

Sorge um schützenswerte Bäume: Protest vor der Blutbuche am Johanneum

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Die Blutbuche vor dem Johanneum wird symbolisch umarmt. Rund 40 Bürger setzten sich vor wenigen Tagen für den Erhalt des Baumes ein. 

Wildeshausen – Der Baumschutz treibt viele Wildeshauser um. Ganz besonders im Fokus der Naturschützer stehen derzeit die Blutbuche vor dem Krankenhaus Johanneum und eine Weide, die am Rand der Erweiterungsfläche des Wohnmobilstellplatzes im Krandel steht und durch Erdarbeiten stark im Wurzelbereich beschädigt wurde.

Seit wenigen Monaten ist bekannt, dass das Krankenhaus Johanneum an drei Stellen erweitert werden soll. Zahlreiche Bürger befürchten, dass der geplante Anbau an der Visbeker Straße den Bestand einer über 140 Jahre alten Blutbuche gefährdet. Am Freitag versammelten sich rund 40 Bürger aus dem Landkreis unter der riesigen Krone. Der Baum wurde nach Angaben der Bürger mit „schützenden Armen“ versehen, die zu diesem Zweck gestrickt worden ware.

Die Blutbuche weist eine gute Vitalität auf. Nach Angaben der Naturschützer kann sie durchaus ein Alter von 300 Jahren erreichen. Vor wenigen Wochen hatte bereits der Naturschutzbund Dötlingen-Wildeshausen einen Antrag an den Landkreis Oldenburg gerichtet, den Baum als Naturdenkmal auszuweisen. Zur Begründung heißt es: „Der Baum wurde offenbar kurz nach der Klinikgründung Ende der 1870er-Jahre oder in den 1880er-Jahren gepflanzt und hat sich mittlerweile zu einem wunderschönen, imposanten Baum mit ausladender Krone entwickelt, der das Bild in diesem Stadtteil mit prägt. Die Blutbuche stellt zudem als Bestandteil des äußeren Erscheinungsbildes des Krankenhauses Johanneum ähnlich wie die Platane vor der Wildeshauser Alexanderkirche ein lokales Kulturerbe dar, das für die Nachwelt so lange wie möglich erhalten werden sollte.“

Soll erhalten werden: die Weide im Krandel.

Die Naturschützer erwähnen zudem die positiven klimarelevanten Effekte des Baumes. Die Buche filtere diverse Schadstoffe aus der verkehrsreichen Luft und senke die Temperatur an heißen Tagen merklich. Der Rat der Stadt Wildeshausen hatte bereits vor der Sommerpause beschlossen, keine Fördergelder genehmigen zu wollen, wenn die Blutbuche gefährdet werden sollte. Nach Auskunft der Stadt liegen derzeit noch keine Planunterlagen vor, die eine Aussage zulassen, wo das Johanneum in Zukunft bauen möchte.

Fakten werden unterdessen am Wohnmobilstellplatz geschaffen. Dort wurde eine Fläche für die Erweiterung ausgebaggert. Dabei ist nach Auskunft von Naturschützern eine alte Weide in Mitleidenschaft gezogen worden. „Der Bagger ist ständig über diesen Bereich hinweggefahren. Die Wurzeln wurden stark beschädigt“, so Marianne Bernhard-Beeskow und Uta Barth. Sie verweisen darauf, dass laut Bebauungsplan alle Laubbäume auf dem Gelände zu erhalten sind.

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte Stadtpressesprecher Hans Ufferfilge mit, dass es schwierig gewesen sei, die Erweiterungsfläche auszubaggern. Die Weide solle trotz der Beschädigungen mit allen Mitteln erhalten werden. Der Bebauungsplan lege fest, dass der Baumbestand bleibt. Und nicht nur das: „Wir wollen an der Stelle weitere Anpflanzungen vornehmen“, kündigte er an.

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