20 Kinder und Jugendliche auf der Piste

Sommercamp des Moto-Cross-Clubs Wildeshausen in Aumühle

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Trainingsbesprechung: Aufmerksam lauschten die jugendlichen Moto-Cross-Fahrer des Sommercamps in Aumühle den Anweisungen und Tipps, bevor es wieder auf die Strecke ging. 

Aumühle - Von Anja Nosthoff. Nicht nur an den pinken Streifen auf ihrem Motorrad ist die sechsjährige Lotta gut unter den anderen 19 Teilnehmern des Sommercamps vom Moto-Cross-Club Wildeshausen in Aumühle zu erkennen. Sie ist dieses Mal auch das einzige Mädchen – und noch dazu die jüngste Teilnehmerin des Camps.

Für dieses durften sich Kinder zwischen fünf und 16 Jahren anmelden. Gemeinsam mit ihrem elfjährigen Bruder Reik trainierte sie von Freitag bis Sonntag auf der Kinderstrecke.

Mittagspause zu lang - Kinder wollen schnell weitermachen

Der Vereinsvorsitzende Lutz Opitz hatte das Training der Kleinen selbst in die Hand genommen. „Es ist toll, dass die Kinder hier von der Technik bis zum Fahren alles beigebracht bekommen. Das hat man ja sonst nicht, wenn man auf den Strecken trainiert“, zeigte sich Sven Janssen aus Wilhelmshaven, der Vater von Lotta und Reik, begeistert. „Meine beiden machen zum ersten Mal beim Sommercamp hier mit, und es gefällt ihnen richtig gut. Die Mittagspause war ihnen schon zu lang – sie waren ganz heiß darauf, weiterzumachen“, berichtete Janssen. Das Hobby haben Reik und Lotta sich übrigens von ihrem Vater abgeguckt.

Auch der elfjährige Marlon aus Wildeshausen hat den Sport bereits mit fünf Jahren gemeinsam mit seinem Vater Roland Hadeler für sich entdeckt. Hadeler ließ sich von der Begeisterung seines Sohnes anstecken. Nun organisiert er gemeinsam mit Helmut Brand und Dirk Menke seit vier Jahren das Sommercamp im Verein, zu dem jedes Jahr Kinder aus ganz Niedersachsen kommen.

Niedersachsen-Cup-Meister Sirko Dähnhardt trainiert die Kinder

„Das ist schon etwas anderes, als Straßenmotorrad zu fahren“, berichtete Hadeler von seinen Erfahrungen. Er fährt zwar eigentlich nicht selbst ernsthaft Moto-Cross, aber zum Abschluss des Sommercamps gibt es zur Begeisterung der Kinder stets das „Betreuer-Rennen“, bei dem die Organisatoren aus Spaß einmal versuchen, es den jugendlichen Teilnehmern nachzumachen – und froh sind, wenn sie dabei eine Runde auf der „großen Strecke“ schaffen. „Ich habe sogar mal gelesen, dass Moto-Cross-Fahren der härteste Sport überhaupt sein soll. Man braucht unheimliche Kraft und Ausdauer“, meinte Hadeler.

Auf der „großen Strecke“ geht es beim Training der Jugendlichen schon ordentlich zur Sache. Mit ihren 85-Kubik-Maschinen wagen sich sogar Elfjährige auf die Piste, bei der fünf Sprünge und zahlreiche Kurven zu absolvieren sind. Das Training hatte beim Sommercamp Sirko Dähnhardt, mehrfacher Niedersachsen-Cup-Meister und Nord-Cup-Meister, in der Hand.

Ohne Technik, Schutzausrüstung und Verhaltensregeln geht nichts

Einen großen Teil des Trainings nehmen Fahrpraxis und -technik ein, aber es geht auch um die Technik am Motorrad sowie um die Schutzausrüstung und natürlich um die Verhaltensregeln. Auf der 1 300 Meter langen Strecke liegt die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit bei etwa 50 Kilometern pro Stunde. „Ziel ist es, seine optimale Linie zu finden und die Runden in Bestzeit zu fahren“, erklärte Hadeler. Es gebe aber auch Fahrer, die speziell „auf Show“ fahren, was sich besonders bei den spektakulären Sprüngen anbiete. „Die Fortgeschrittenen stehen mehr auf ihren Rädern, als dass sie sitzen“, erklärte Hadeler die optimale und sehr kraftaufwendige Fahrtechnik. Kein Wunder, dass die Kids und Jugendlichen nach so einem Moto-Cross-Sommercamp-Tag „platt“ sind – und nach dem gemütlichen gemeinsamen Grillen müde auf ihre Isomatten fielen.

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