Solidarisch durch die Krise 

Gastronom Frank Stauga verteilt kostenlos Essen beim „Alten Amtshaus“

Macht das Beste aus einer schwierigen Lage: Wirt Frank Stauga verarbeitet frische Lebensmittel und verteilt kostenlos Essen. Foto: bor
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Macht das Beste aus einer schwierigen Lage: Wirt Frank Stauga verarbeitet frische Lebensmittel und verteilt kostenlos Essen.

Wildeshausen - Der Wildeshauser Gastronom Frank Stauga bietet am heutigen Montag von 11 bis 15 Uhr Gemüseeintopf mit Schweinefleisch sowie ein vegetarisches Gericht mit Kartoffelspalten und Pesto beim „Alten Amtshaus“ an der Herrlichkeit in der Kreisstadt an – alles kostenlos und aus frischen Lebensmitteln gekocht, die wegen der Schließung des Lokals sonst in den kommenden Wochen schlecht geworden wären. Wer sich etwas abholen möchte, sollte einen Topf oder eine Schüssel dabei haben, um das Essen zu transportieren. Es gibt allerdings auch Styroporschalen.

Die Aktion richtet sich in erster Linie an Bedürftige, aber jedermann kann sich bei Stauga eine warme Mahlzeit abholen. „Wir fragen nicht, wieso und weshalb jemand kommt“, sagt der Wildeshauser, der dazu beitragen will, dass die Stadt gut durch die Corona-Krise kommt. „Wir haben jetzt mal ganz optimistisch 50 Liter Eintopf gemacht“, sagt er am Montagvormittag. Es müsse sich also niemand sorgen, dass er anderen etwas wegnimmt. „Es ist genug da.“ Der Wirt will mit der Aktion auf jeden Fall bis April weiter machen – täglich jeweils von 11 bis 15 Uhr.

Stauga und seine Mitarbeiter tragen Handschuhe. Vorm „Alten Amtshaus“ sind Bereiche abgesperrt, sodass sich niemand zu nahe kommt. Ins Restaurant darf sowieso keiner. Auch bei der Ausgabe wird darauf geachtet, dass keine Erreger übertragen werden können.

Freunde des Gastwirts liefern das Essen je nach Bedarf auch außer Haus. „Nach Ahlhorn, Aumühle, aber auch direkt in Wildeshausen“, sagt Stauga. Die Lieferanten würden Handschuhe und Mundschutz tragen sowie ihr Kommen ankündigen, sodass sie das Essen nur noch für die Tür stellen müssten. So soll der Kontakt und damit eine eventuelle Übertragung des Coronavirus vermieden werden.

Stauga setzt bei seiner Aktion auf Solidarität und kann sich der Hilfe seiner Kollegen aus der Gastronomie und anderen lokalen Geschäften sicher sein. „Kartoffeln und Gemüse haben wir von Hof Helms, Baguette und Brot von den Bäckern Meyer und Kolloge, Schinkenwurst von Thale, Gemüse vom E-Center sowie der Familie Bianchi von der ,Pizzeria Italia‘. Außerdem hat ein Pilzlieferant Ware gebracht und das Restaurant ,Bome‘ hat Verpackungsmaterial bereitgestellt“, zählt der „Amtshaus“-Wirt auf, wer bis jetzt alles mitgeholfen hat. Geschnippelt und zubereitet wird das Essen von Stauga, seiner Frau Nicolle und den Mitarbeitern des Restaurants.

Wer sich an dem Projekt beteiligen und Fahrdienste übernehmen oder Essen für Bekannte abholen möchte, kann sich telefonisch unter 04431/9463800 an Stauga wenden. Aus hygienischen Gründen dürfe niemand bei der Zubereitung der Lebensmittel helfen, sagt er.

Die Idee für die ganze Aktion war Stauga Ende vergangener Woche spontan gekommen, als er das Restaurant wegen der Corona-Gefahr freiwillig schloss.

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