Einige Eltern vorbildlich, andere rücksichtslos

So kommt die neue Verkehrsregelung mit Hol- und Bringzone in Wildeshausen an

Manche Eltern pfeifen einfach auf die neue Verkehrsregelung und fahren mit ihrem Nachwuchs wie vorher auf der Goethe- und der Holbeinstraße direkt am Gebäude der Holbein- und der St.-Peter-Schule vorbei.
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Manche Eltern pfeifen einfach auf die neue Verkehrsregelung und fahren mit ihrem Nachwuchs wie vorher auf der Goethe- und der Holbeinstraße direkt am Gebäude der Holbein- und der St.-Peter-Schule vorbei.

An einem ganz normalen Dienstagmorgen zeigt sich, wie die Eltern die neue Hol- und Bringzone bei der Holbein- und der St.-Peter-Schule in Wildeshausen annehmen.

Um es klar zu sagen: Es gibt sie. Die Eltern, die sich an die Regeln halten, wenn sie ihre Kinder mit dem Auto zur St.-Peter- und zur Holbeinschule in Wildeshausen bringen. Da ist zum Beispiel der Vater, der bei der neuen Hol- und Bringzone parkt, den Rollstuhl auslädt und seine Tochter zur Schule schiebt. Es gibt aber auch die anderen. Die, die sich keinen Deut um die neue Beschilderung scheren, wie eine Stichprobe am Dienstagmorgen gezeigt hat.

7.45 Uhr: Die meisten Eltern sind entspannt

Es ist 7.45 Uhr, in einer Viertelstunde wird das Schulgebäude aufgeschlossen, und um 8.15 Uhr beginnt die erste Stunde. Viele Kinder fahren schon mit dem Rad oder kommen zu Fuß. Eltern, die mit ihrem Nachwuchs im Auto vorfahren, sind noch recht entspannt. Alle paar Minuten hält ein Wagen an der St.-Peter-Straße, obwohl ein Verkehrsschild ein absolutes Parkverbot signalisiert. Aber da diese Haltestelle am dichtesten an der Schule ist, wird das Schild gerne mal ignoriert. Irgendwann, so sehen es die Pläne der Stadt vor, soll das Halten und Parken an der St.-Peter-Straße ab Höhe Holbeinstraße erlaubt sein. Hier sollen Parkflächen ausgewiesen werden.

Eigentlich sollen Eltern aber die Hol- und Bringzone nutzen, die von der Goethe-, Uhland-, Alexander- und Adolf-Menzel-Straße eingerahmt wird. Von dort können die Kinder zu Fuß an der eigens für alle außer für Anlieger gesperrten und als Einbahnstraße ausgewiesenen Goethestraße zur Schule gehen. Das dauert rund eine Minute und 45 Sekunden. So lange wollen drei Mütter ihre Kinder offenbar nicht alleine lassen. Sie parken ihre Familienkutschen an der Adolf-Menzel-Straße hinter der Hol- und Bringzone und begleiten ihren Nachwuchs lieber zu Fuß direkt bis zur Schule.

Keine zwei Minuten alleine zu Fuß gehen

Sicher ist sicher, denken sie sich wohl. Dabei könnten sie es besser wissen, wie eine andere Familie zeigt. „Da kann ich gehen. Da dürfen die Autos gar nicht mehr rein“, informiert eine Tochter ihre Mutter, die dem Braten aber noch nicht so ganz traut und lieber ein paar Schritte nebenher geht.

Die Hol- und Bringzone ist vielen Eltern offenbar zu weit weg von der Schule.

Inzwischen ist es 7.55 Uhr. An der Hol- und Bringzone hält nur alle paar Minuten ein Auto. Eine Mutter parkt vor dem Zebrastreifen, einen Meter hinterm Schild, das auf das absolute Halteverbot hinweist. „Ich glaub, ich kann hier nicht lange stehen“, sagt sie zu ihrer Tochter und geht mit ihr an der Goethestraße entlang zu Fuß zur Schule.

Ein Vater stoppt seinen Wagen. „Bist du von der Presse?“, fragt er den Reporter. „Hast du genug Speicherplatz auf der Karte, um das alles zu dokumentieren?“, grinst er. Eigentlich sei es recht ruhig heute, meint er dann noch. Doch jetzt ist es kurz nach 8 Uhr. Das Schulgebäude ist offen, und in gut zehn Minuten fängt die erste Stunde an.

Manche Eltern verhalten sich vorbildlich

Einige bleiben seelenruhig, so wie der eingangs genannte Vater, der gerade seine Tochter im Rollstuhl zur Schule schiebt. Eine VW-Up-Fahrerin hat für so etwas keine Zeit. Die Goethestraße ist während der Schulzeit nur für Anlieger geöffnet. Sie fährt rein und lässt ihr Kind direkt vor der Schule aussteigen. Im absoluten Halteverbot. Sie ist nicht die einzige. Viele Eltern sind inzwischen im morgendlichen Stress und haben keine Minute mehr zu verschenken. Dabei benutzen sie die ja eigentlich gesperrte Goethestraße und machen so den Schulweg der anderen Kinder ein Stück weit gefährlicher.

Einige Eltern parken lieber an der St.-Peter-Straße hinter der Kreuzung mit der Alexanderstraße, als die Hol- und Bringzone zu nutzen.

Dann ist es 8.12 Uhr. Wer jetzt kommt, ist eigentlich schon zu spät. Das denkt sich auch die Fahrerin eines großen, schwarzen VW und fährt von der St.-Peter-Straße direkt auf die Holbeinstraße. Das runde rote Schild mit dem weißen Balken in der Mitte, das „Einfahrt verboten“ heißt, ignoriert sie dabei. Missmutigen Blickes wendet sie dann auf der Einbahnstraße, stoppt den Wagen und liefert ihre beiden Kinder ab.

Nach Unterrichtsbeginn herrscht wieder Ruhe

8.15 Uhr, der Unterricht läuft. Rund um die Schule herrscht wieder Ruhe. Ein scheinbar ganz normales Wohngebiet, in dem nur hin und wieder ein Auto oder ein Fahrradfahrer unterwegs ist. Bis gegen Mittag die „Abreisewelle“ anrollt.

Gut, die Neuregelung inklusive Fahrradzone gilt erst seit Anfang des Monats. Aber schon jetzt zeigt sich, dass da weiter Handlungsbedarf besteht. Eigentlich müsse man die Eltern unterrichten und nicht die Kinder, sagt Wildeshausens Baudezernent Manfred Meyer, der Mühe hat, sich angesichts der geschilderten Zustände nicht aufzuregen. Die Hol- und Bringzone sei ausgeschildert. Wenn sie nicht genutzt würde, könne er aber wenig dagegen machen. „Irgendwann steht da dann ein Polizist und schreibt die Autofahrer auf.“

In Zukunft wird sich die Lage allerdings durch den Wegzug der St.-Peter-Schule voraussichtlich etwas entspannen. Zum einen werden Parkplätze für Lehrer frei, zum anderen gehen ab dem neuen Schuljahr weniger Kinder an diesem Standort zur Schule. Und die neuen Erstklässler-Eltern können es ja gleich richtig lernen. Zur Not müssen sie eben ihre Kinder fragen, wo sie lang fahren dürfen und wo besser nicht.

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