Stadt Wildeshausen treibt bauliche Planung voran

So geht es weiter mit der Ganztagsbeschulung

An der Wildeshauser Wallschule müsste eine Mensa angebaut werden, damit die Kinder im Ganztagsbetrieb ein Mittagessen erhalten.
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An der Wildeshauser Wallschule müsste eine Mensa angebaut werden, damit die Kinder im Ganztagsbetrieb ein Mittagessen erhalten.

Wildeshausen – Ab 2025 könnte es eine Ganztagspflicht für Schulen in Niedersachsen geben. Demzufolge hätten Eltern dann einen Anspruch darauf, dass ihr Kind ganztags betreut wird. Das steht im Koalitionsvertrag der aktuellen Landesregierung. Dementsprechend bereitet sich die Stadt Wildeshausen schon jetzt auf diese gravierende Veränderung vor, die in erster Linie die Grundschulen betrifft, und steht dabei vor zwei großen Herausforderungen, wie sich jüngst bei der Sitzung des Schulausschusses zeigte: Personal und Infrastruktur.

Wenn die Grundschüler künftig bis 16 Uhr betreut werden könnten, braucht es mehr Lehrer sowie pädagogische Fachkräfte. Wenn aber ab 2025 alle Schulen in Niedersachsen gleichzeitig neues Personal brauchen und der Markt jetzt schon recht abgegrast ist, wie es in der Sitzung hieß, könnte die Gewinnung von neuen Kollegen schwierig werden.

Und es bedürfte auch neuer Räume, um zum Beispiel die Mittagsverpflegung sicherzustellen. Darüber verfügt zurzeit aber nicht einmal Wildeshausens modernste Grundschule, die Wallschule. Für diese hatte die Verwaltung bereits 2014 Pläne für einen Mensaanbau und einen Multifunktionsraum vorgestellt. Eine Aktualisierung der damaligen Kostenschätzung steht noch aus.

Für die Holbein- und die St.-Peter-Schule wurden ebenfalls bereits 2014 Maßnahmen für einen Ganztagsschulbetrieb geplant. Durch den Schultausch hat sich die Lage allerdings verändert. Wie berichtet, soll die Holbeinschule gemeinsam mit der Realschule eine Küche erhalten und könnte auch die Mensa der weiterführenden Schule nutzen. Die St.-Peter-Schule könnte Essen in der bisherigen Cafeteria der Hunteschule (64 Quadratmeter) ausgeben.

Wie auch immer die baulichen Maßnahmen konkret aussehen, werden dafür erhebliche Mittel erforderlich sein, heißt es aus dem Stadthaus. Aktuell hatte der Bund das Programm „Investitionen Ganztagsausbau“ mit Antragsschluss zum 1. März 2021 aufgelegt und erste Investitionsmittel zur Verfügung gestellt. Aber noch ist in Wildeshausen gar keine konkrete Entscheidung über die Ganztagsbetreuung gefällt worden. Die Verwaltung geht davon aus, dass es weitere Folgeprogramme geben wird.

Die Politik erteilte der Verwaltung den Auftrag, die Gespräche mit den Schulleitungen über die Ganztags-Anforderungen fortzuführen und wieder im Ausschuss zu berichten. Während der Sitzung waren auch einige Rektoren anwesend und erinnerten mit Politikern daran, dass sich das Interesse der Eltern an dieser Art der Unterrichtsform bisher in Grenzen hält.

„Wir haben doch schon vor Jahren bei den Grundschulen nach Interesse am Ganztagsunterricht gefragt. Keiner wollte“, sagte Hartmut Frerichs (SPD). Jetzt sei man in der „Zwickmühle“. Sein Parteifreund Ulrich Becker ergänzte: „Wir müssen die Eltern auf unsere Seite bringen. Je mehr Kinder mitmachen, desto mehr Geld gibt es.“ Damit spielte er auf Zuschüsse des Landes zu den laufenden Personalkosten an.

Roswitha Remmert, Rektorin der Wallschule, betonte, der Hort mit seinen Öffnungszeiten bis 18 Uhr sei ein optimales Konzept für viele berufstätige Erziehungsberechtigte. Bei der letzten Abfragen hätten nur drei Eltern Interesse an einer Ganztagsbetreuung gehabt. Ein Hort wäre allerdings auch weiterhin möglich, informierte Jan Heinemann, Vertreter des Regionalen Landesamts für Schule und Bildung (früher: Landesschulbehörde). „Wir leisten gute pädagogische Arbeit und wollen keine Betreuungsschule werden“, unterstrich Inke Bajorat, Rektorin der Holbeinschule.

Genau wie Stephan Rollié (CDW) warb Heinemann für einen Prozess: „Ganztagsunterricht kann man niemandem aufdrücken. Das Vertrauen der Eltern und Lehrer ist wichtig. Wir haben ein gemeinsames Ziel.“

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