1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Wildeshausen

Skepsis bei Stadtentwicklung in Wildeshausen

Erstellt:

Von: Dierk Rohdenburg

Kommentare

Nachverdichtung in Wildeshausen: An der Pestruper Straße stand vor einem Jahr noch ein recht kleines Gebäude.
Nachverdichtung in Wildeshausen: An der Pestruper Straße stand vor einem Jahr noch ein recht kleines Gebäude. © dr

Wildeshausen – Glaubt man den Prognosen, dann dürfte Wildeshausen in den nächsten Jahren weiter wachsen. Zwar ist die Geburtenrate niedriger als die Sterberate, doch es gibt einigen Zuzug und deutlich steigenden Bedarf an Wohnungen, weil Haushalte kleiner sind als früher. Das sehen einige Wildeshauser sehr kritisch.

Uwe Höger vom Büro akp_Stadtplanung und Regionalentwicklung stellte dem Wildeshauser Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstagabend Teile des Wohnraumversorgungskonzeptes des Landkreises Oldenburg vor, die sich in erster Linie mit der Stadt Wildeshausen beschäftigen. Eine wesentliche Feststellung angesichts der Annahme, dass die Bevölkerung der Kreisstadt weiter wächst, ist, dass dringend kleine Wohnungen (50 bis 60 Quadratmeter Fläche) benötigt werden, die zudem preiswert sein sollten. „Bis zum Jahr 2025 werden etwa 516 Wohnungen benötigt, von denen 50 Prozent Mietwohnungen sein sollten. 107 Wohnungen sollten preisgünstig angeboten werden“, so Höger.

Flächen dafür, so Fachbereichsleiter Bau, Hans Ufferfilge, kann die Stadt nur in der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zur Verfügung stellen. Dort seien erneut Investorenwettbewerbe denkbar.

Kritik an ungehemmtem Wohnungsbau in Wildeshausen

Doch es gab im Ausschuss deutliche Kritik an ungehemmtem Wohnungsbau in Wildeshausen. „Wir müssen uns überlegen, ob wir weiter offensiv wachsen wollen“, betonte Bürgermeister Jens Kuraschinski. Die Stadt habe schon jetzt Probleme, die nötige Infrastruktur für die Bürger zur Verfügung zu stellen.

Ganz ähnlicher Meinung war Rainer Kolloge (UWG): „Ich habe Bedenken, weitere 500 Wohnungen zu schaffen“, sagte er. Wenn Arbeitgeber in nicht zukunftsträchtigen Branchen in Wildeshausen dichtmachen würden, wären wohl gleich 250 Wohnungen frei. Man müsse sich ohnehin fragen, ob es überhaupt einen Anspruch darauf gebe, in Wildeshausen leben zu dürfen oder zu können. „Wir müssen vielleicht irgendwann rote Linien einziehen“, so Kolloge.

Damit hatte er aber bei Kreszentia Flauger (Linke) eine rote Linie überschritten. Das, so meinte sie, wäre finanzielle Selektion, wenn sich nur noch die Gutverdienenden in Wildeshausen Wohnraum leisten könnten. „Das ist trivial und falsch“, so Flauger. Für die Gruppe Grüne/Linke beantragte sie, dass die Stadtverwaltung Vorschläge aufzeigen soll, wie die aufgezeigten Fehlbedarfe beseitigt werden können. Marcell Görke (CDU) ergänzte, dass die Verwaltung zudem eine Einschätzung geben solle, wie sich das auf die Infrastruktur der Stadt, beispielsweise bei Kindergärten und Schulen, auswirkt. Die Vorschläge fanden eine Mehrheit. Das Wohnraumversorgungskonzept wurde lediglich zur Kenntnis genommen.

Auch interessant

Kommentare