Apparat ist schon 50 Jahre alt

Sirene vom „Haus Ammerland“ auf das Feuerwehrhaus

Jörg Kramer, Ralf Kempermann, Conrad Kramer und Jörg Arendt-Uhde (v.l.) mit der ausgebauten Sirene. - Foto: dr

Wildeshausen - Früher gehörte Sirenenalarm zu einer regelmäßigen Erfahrung und forderte die Bürger auf, im Katastrophenfall das Radio einzuschalten. Heute gibt es in Wildeshausen nur noch fünf Sirenen, die einmal monatlich getestet werden und sonst nur noch bei Vollalarm erklingen. Schon bald soll im Ernstfall eine Sirene aus den 60er-Jahren auf dem neuen Feuerwehrhaus in der Pagenmarsch schrillen. Sie stammt vom Dach des „Hauses Ammerland“ der Diakonie Himmelsthür, wo sie vor wenigen Tagen abmontiert wurde. Der Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen, Jörg Kramer hatte die Apparatur dort auf dem Dach entdeckt und bei der Diakonie gefragt, ob sie entbehrlich ist.

Die historische Sirene gehörte dem früheren Katastrophenschutz und sei keine Sirene der Feuerwehr, wusste Kramer zu berichten. Sie war für die damalige Lungenheilklinik und ab 1975 für die Bewohner der Diakonie Himmelsthür im Einsatz. Während des Kalten Krieges wurden regelmäßig Probealarme und Katastrophenübungen abgehalten. Ein einminütiger Dauerton beispielsweise sollte die Bevölkerung dazu bringen, das Radio einzuschalten, um weitere Informationen zu erhalten. Mit dem Ende des Kalten Krieges 1989 verlor die Sirene ihre Funktion und schwieg viele Jahre.

„Wir wollen mit der Übergabe Danke sagen für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr“, so Diakonie-Geschäftsführer Jörg Arendt-Uhde (r.) am Montag. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Conrad Kramer und Zugführer Ralf Kempermann versicherten, dass die Absprachen und Wartungsintervalle im Bereich der Diakonie im vergangenen Jahr deutlich verbessert wurden. „Wir haben auch technische Lösungen gefunden“, so Arendt-Uhde mit Blick auf eine stark verringerte Zahl an Fehlalarmen.

Vor dem Feuerwehrhaus wird zur Einweihung auch ein historischer Hydrant stehen, der derzeit noch auf dem Bauhof lagert. So soll eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschaffen werden. Eine Alarmierung per Sirene halten die Brandschützer übrigens auch in Zeiten von Apps, die vor Katastrophen warnen, noch für sinnvoll. „Es wird in manchen Regionen wieder aufgerüstet“, berichtete Conrad Kramer. „Die Leute sind dadurch gewarnt und reagieren anders, wenn eine Sirene erklingt.“ - dr

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