Ausschuss berät über Neubauprojekt am Brauereiweg / Ortsbesichtigung geplant

Sieht so behutsame Nachverdichtung aus?

In Planung: Der Investor will das Wohnhaus am Brauereiweg (links) abreißen und durch einen Neubau ersetzen. 
Foto: dr/ Grafik: sk-Planungsbüro
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In Planung: Der Investor will das Wohnhaus am Brauereiweg (links) abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Foto: dr/ Grafik: sk-Planungsbüro

Wildeshausen – Der Eigentümer des Grundstücks am Brauereiweg 24 in Wildeshausen beabsichtigt, das dort vorhandene Wohnhaus abzureißen und durch ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen und zwei Carports zu ersetzen. Der Neubau ist jedoch nicht mit dem geltenden Bebauungsplan für das Gebiet vereinbar, sodass sich jetzt der Wildeshauser Bauausschuss mit einer eventuellen Änderung der Pläne beschäftigt hat. Dabei zeigte sich, dass das Thema durchaus umstritten ist. Jetzt soll eine Ortsbegehung Klarheit schaffen. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.

Eine behutsame Nachverdichtung sei schon möglich, sagte UWG-Ratsherr Heiner Spille. „Aber dieser Antrag ist abzulehnen. Das Vorhaben passt überhaupt nicht in das Baugebiet.“ Sein UWG-Kollege Hermann Hitz sprach gar von einem „dicken Klotz“, und der parteilose Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff warnte davor, „dem Investor die Möglichkeit zu geben, einen Fremdkörper zu schaffen“. Ebenfalls kritisch äußerten sich Pirat Uwe Bock und Marko Bahr von der FDP. Letzterer erinnerte an einen anderen Fall von Nachverdichtung in der Kreisstadt. „Wir müssen uns doch nur die Harpstedter Straße angucken. Da haben wir den gleichen Fehler gemacht und jetzt stehen dort ähnliche Klötze.“

Für Bernhard Block (CDW) waren das alles nur Bauchgefühle. „Dem einen gefällt es, dem anderen nicht.“ Aber Ziel sei es doch, dass die Stadt nachverdichtet wird. „Das geht nur mit Menschen.“

Die Stadt müsse verlässlich sein, hob Wolfgang Sasse (CDU) hervor und signalisierte Zustimmung. Er schlug den Ortstermin vor, damit die Entscheidung nicht aufgrund von „Halbwissen“ falle. Unter anderem gestaltet sich die Zuwegung zu dem Bereich schwierig, was die Breite der Straßen angeht. Eine Zufahrt führt an der Knaggerei vorbei. „Es gibt ein Abkommen mit dem Eigentümer, dass die Grundstücksbesitzer diesen Weg nutzen dürfen“, berichtete Bauamtsleiter Hans Ufferfilge.

In der Einschätzung der Verwaltung zu den Plänen des Investors heißt es: „Mit seiner modernen Gestaltung hebt sich der geplante Neubau von der Bebauung in der Umgebung ab, jedoch könnte damit ein Beitrag zur Deckung des Wohnraumbedarfs jenseits der Einfamilienhauskonzeption geleistet werden.“ In dieser Abwägung überwiege der letztgenannte Punkt, weswegen die Stadt vorschlägt, das Mehrfamilienwohnhaus mit zwei Vollgeschossen zu genehmigen.

Wie auch immer die Pläne bewertet werden, offenbar will niemand deswegen das ganze Gebiet anfassen. „Ein Erfordernis zur Erweiterung des Änderungsbereichs im Sinne einer behutsamen Nachverdichtung über das Baugrundstück hinaus besteht aus Sicht der Verwaltung nicht“, heißt es zum Beispiel aus dem Stadthaus.

Von Ove Bornholt

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