Siegt der Favorit über den Außenseiter?

Bürgermeister-Duell: Jens Kuraschinski tritt gegen Thorsten Schmidtke an

Der Papagoy von Thorsten Schmidtke erinnert eher entfernt an das Kleinod der Schützengilde.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Klar, jeder Wildeshauser kennt die Schützengilde, ihre Traditionen, Sitten und Bräuche. Aber wer ist ein richtiger „Gildeexperte“? Diese Frage klärt unsere Zeitung, indem sie namhafte Gildebrüder zum Quiz bittet. Es geht um fünf Fragen, die fett gedruckt sind.

Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt. Heute mit General Jens Kuraschinski und seinem Bürgermeisterkollegen Thorsten Schmidtke. Die Wache hatte Schmidtke 2016 in seinem Rathaus in Großenkneten festgenommen und zur Herrlichkeit in Wildeshausen geschafft. 

Dort war er angesichts einer drohenden Zwangsverpflichtung „freiwillig“ Gildemitglied geworden. Beide Bürgermeister begrüßen sich mit einer Umarmung. Dass sie sich gut verstehen, ist kein Geheimnis.

Thorsten Schmidtke blättert im Buch „600 Jahre Wildeshauser Schützengilde von 1403“. Eine Lektüre, die sich lohnt.

Bevor es losgeht, bittet Schmidtke um Gnade bei den Fragen. „Weniger als zwei Punkte kann man doch gar nicht haben, oder?“ Kuraschinski sichert ihm zu: „Ich lasse dich gewinnen.“ Das – so viel sei vorweggenommen – konnte unsere Redaktion natürlich nicht erlauben. Schließlich geht es hier um den Titel des „Gildexperten“.

Erste Frage: Wir alle wissen, wie lange es noch bis zum kommenden Gildefest ist. Aber wie viele Tage sind es bis zum Pfingstsonntag 2019?

Schmidtke flüstert leise ein paar Zahlen vor sich hin, denkt nach, muss aber lachen. Offensichtlich weiß er nicht so recht, wie er das Datum berechnen soll. Kuraschinski greift kurz entschlossen zum Stift und notiert „357 Tage“. Sein Kollege sinniert derweil weiter vor sich hin. „Pfingstsonntag, 9. Juni...“ Kuraschinski gibt ihm einen Tipp: „Eigentlich ist Pfingsten dieses Jahr recht früh.“ Da traut sich Schmidtke doch einen Tipp zu: 368 Tage. Die richtige Antwort lautet, Stand heute: 388 Tage. Damit geht der erste Punkt an den klaren Außenseiter Thorsten Schmidtke, der sich erleichtert zurücklehnt. Doch nicht lange...

Jetzt geht es auf Zeit: Nennen Sie fünf Schaffer in 30 Sekunden!

Kuraschinski schreibt sofort los. Schmidtke hat den Stift zwar in der Hand, aber gesteht: „Da hab ich jetzt ehrlich gesagt echt eine Blockade.“ Nach ein paar ermunternden Worten fällt ihm ein Nachname ein, Tschöpe. Na, immerhin. Der zählt ja sogar doppelt (Arne 2010 und Marco 2001). Doch gegen den General hat er damit nicht den Hauch einer Chance. Der führt Martin Posenauer (2015), Michael Rüdebusch (2016), Siegbert Schmidt (1987), Arne Tschöpe und Thomas Seyffart (2011) an und gleicht damit aus. 1:1.

Diesmal wieder eine Frage für Großenkneten: Welches Getränk erhalten die Rekruten nach ihrer Vereidigung im Rathaus?

Jens Kuraschinski recherchiert nach dem Quiz noch einmal in den Statuten der Gilde. - Fotos: bor

„Braunbier“, antwortet Schmidtke zügig. „Ein Glas. Und weil ich auf Einladung eines Kollegen da war, durfte ich noch ein, zwei mehr trinken“, ergänzt er mit einem Grinsen. Auch Kuraschinski weiß die richtige Antwort. 2:2, so kann es nicht weiter gehen, deswegen folgt jetzt eine schwerere Aufgabe.

Nennen Sie fünf Ehrengäste des Schaffermahls in 30 Sekunden!

Schweigen. Beide schreiben konzentriert. Und Stopp. „Wimberg, Pistorius, Weil“, zählt Schmidtke die Ehrengäste der vergangenen drei Jahre auf. Das reicht nicht, denn Kuraschinski hat die genannten, aber auch Volker Wieker (Generalinspekteur der Bundeswehr, 2011), Andreas Kaulvers (Bremer Landesbank, 2010) und Carsten Harings (Landrat, 2015) notiert. „Bei Wieker gab es ja damals einen Eklat, weil er an Aschermittwoch gesprochen hatte. Das haben einige als Affront gegen die Kirche gesehen“, erinnert sich Kuraschinski. Schmidtke versucht, sein schlechtes Ergebnis zu erklären: „Ich durfte auch erst drei Schaffermahle miterleben. Wir waren nicht von Anfang an dabei...“ So ganz sicher ist sich Kuraschinski da nicht, betont aber: „Ich habe immer Wert darauf gelegt, dass die Bürgermeister der Nachbargemeinden eingeladen wurden.“ Damit steht es 3:2. Eine Chance hat Schmidtke noch, den Favoriten zu stürzen.

Jetzt kommt die Kreativaufgabe. Drehen Sie bitte beide ihre Zettel um...

Schmidtke: „Müssen wir jetzt einen Papagoy zeichnen?“

Ja, genau.

„Ach du meine Güte...“, stößt Schmidtke aus und schaut sich im Konferenzraum unserer Zeitung, in dem beide sitzen, nach einer Abbildung des Tieres um. Dumm nur, dass kein Papagoy in Sicht ist. Ganz kurz darf er sich eine silberne Kette mit Vogel anschauen, dann muss er zeichnen. Beide Bürgermeister müssen lachen, versuchen sich aber an ihren Skizzen. Ohne große Diskussion kann Kuraschinski schließlich auch diesen Punkt für sich verbuchen und siegt mit 4:2.

Das Gildequiz:

Pastoren-Duell: Lars Löwensen gegen Ludger Brock

Vater gegen Sohn: Ernst-Dieter Frost gegen Ernst Frost

Dieser Papagoy ist das Werk von Jens Kuraschinski, der den Vogel sogar noch ausgeschmückt hat.

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