Sieben Tage – und nichts passiert 

SWB repariert Lampen nicht, kündigt aber provisorische Lösung an

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Unverändert: An der Immelmannstraße in Wildeshausen sind trotz Schadensmeldung bei den Stadtwerken Bremen (SWB) vor einer Woche immer noch Lampen kaputt. 

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Zwei kaputte Lampen an der Immelmannstraße in Wildeshausen hat unsere Zeitung den Stadtwerken Bremen (SWB) am Donnerstagmorgen vergangener Woche gemeldet. Passiert ist seitdem nichts. Dabei sind die Schäden offenkundig, schließlich fehlt zweimal die komplette Lampe. Baudezernent Manfred Meyer hatte im Januar bei einem Pressegespräch zum Vertragsabschluss mit der SWB noch gesagt, bei Störungen in Wohngebieten müsse das Unternehmen innerhalb einer Woche tätig werden.

Die SWB teilte auf Nachfrage mit, dass Mitarbeiter einen Tag nach dem Eingang der Meldung vor Ort gewesen seien. Aber: „Der vorgefundene Schaden war so schwer, die Lampen so alt, dass eine Reparatur oder Instandsetzung nicht mehr realisierbar ist“, heißt es weiter. „Zudem liegt der Schadenseintritt vor dem 1. Januar 2019 (Beginn des Vertrags). Zum Vertragsvolumen gehören alle Schäden, die ab dem 1.1.2019 eintreten.“ Obwohl es demzufolge gar nicht zuständig ist, werde das Unternehmen, „so es sich aufgrund des Zustands der beiden Lampen realisieren lässt, versuchen, bis Ostern eine provisorische Reparatur vornehmen“. Laut Angaben der SWB waren zwischen dem 1. Januar und dem 5. April neue Störungen für 128 Lichtpunkte gemeldet worden, die alle innerhalb der vereinbarten Frist repariert worden seien.

Es ist nicht das einzige Problem mit der SWB. Die Firma hatte – ebenfalls im Januar – angekündigt, innerhalb des ersten Quartals alle knapp 3 000 Lampen in Wildeshausen und den Bauerschaften mit neuer LED-Technik auszustatten. Passiert ist seitdem ebenfalls wenig. Die Differenz in den Betriebskosten zwischen LED und Altbestand trage die SWB, heißt es von dem Unternehmen.

Seit Montag dieser Woche sei die Umrüstung angelaufen, so die SWB. Diese soll Ende Juni, Anfang Juli – also drei Monate später als geplant – abgeschlossen sein. Nach der Vertragsunterzeichnung seien die Mitarbeiter auf defekte Kabelverbindungen (Muffen) gestoßen. „Unmittelbar nach Vertragsbeginn stellte sich heraus, dass die technische Beschaffenheit der Anlage unerwartete Besonderheiten aufwies, die vor der Umrüstung auf die LED-Technik umfangreiche Vorarbeiten erforderte. Die Mängel waren nicht vorhersehbar und konnten weder bei der Ausschreibung noch bei der Angebotsbearbeitung berücksichtigt werden“, heißt es in der Mitteilung auf die Frage, warum nicht zumindest bei den intakten Kabelverbindungen mit der Umrüstung begonnen worden ist. Die Muttergesellschaft der SWB, die EWE, hatte die Voruntersuchung durchgeführt.

Bleibt abzuwarten, ob diese Antworten die Wildeshauser Politik zufriedenstellen. Gerade das Versprechen der SWB, schnell und umfassend zu handeln, sei der Grund gewesen, dem Bremer Unternehmen und nicht einem kostengünstigeren Anbieter den Zuschlag zu geben, so FDP-Ratsherr Marko Bahr (wir berichteten).

Die Stadt hat den Betrieb der insgesamt knapp 3 000 Straßenlampen in Wildeshausen und den Bauerschaften ab 1. Januar 2019 für 20 Jahre an die Stadtwerke Bremen (SWB), eine Tochter der Oldenburger EWE, vergeben. Die SWB kümmert sich um die Instandhaltung und bezahlt den Strom, wofür sie – über die Jahre – einen festgesetzten Betrag von rund vier Millionen Euro von der Stadt erhält. Letztere muss sich dafür nicht mehr selbst um das Thema kümmern, spart also Personal. Die SWB hatte angekündigt, alle Lampen im ersten Quartal dieses Jahres auf LED-Technik umzurüsten, um 75 Prozent des Stroms einzusparen. Eine Maßnahme, die die Stadt aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten nicht so schnell hätte umsetzen können.

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