Sieben Studenten befragen Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstraße 213

„Guten Tag, wo soll es denn heute hingehen?“

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Zwei Fragen, dann ging es für die Autofahrer weiter.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. 4500 Fahrzeuge sind durchschnittlich pro Tag auf der B213 in Wildeshausen pro Richtung unterwegs. Weit über 1000 wurden am Dienstag in Höhe des Campingplatzes Aumühle angehalten. Die Fahrer sollten nur zwei Fragen beantworten: Wo kommen Sie her? Und: Wo wollen Sie hin?

In der Zeit von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr wurde der Verkehr auf der Bundesstraße in beiden Richtungen gestoppt. Dazu waren zwei Polizeibeamte im Einsatz. Ein Team aus Studenten der Uni Osnabrück unter der Leitung von Verkehrsplaner Jens Westerheider (Ingenieurplanung GmbH) erkundigte sich bei den Fahrzeuginsassen, welches Ziel sie ansteuern. Zweck war es, zu ermitteln, ob die Bundesstraße eine überörtliche Bedeutung hat. Das wiederum ist entscheidend für die zukünftige Klassifizierung und die Frage, wer den Unterhalt der Straße bezahlen muss.

Wie berichtet, möchten Bund und in dessen Auftrag das Land Niedersachsen die Bundesstraße zwischen Westring und Autobahnzufahrt Wildeshausen-West herunterstufen. Kostenträger wäre dann die Stadt Wildeshausen, die für die Unterhaltung und Reinigung der Straße mindestens 100000 Euro jährlich aufbringen müsste.

„Wir begrüßen die erneute Verkehrszählung“, erklärte Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski. „Es ist gut, wenn wir repräsentative Zahlen haben.“ Allerdings befürchtet man bei der Stadt das Ergebnis, dass über die Fahrbahn überwiegend innerörtlicher Verkehr läuft. An normalen Tagen. Stadtverwaltung und Politik haben jedoch auch die außergewöhnlichen Tage im Blick. Wenn auf der Autobahn Unfälle passieren und Stau herrscht, wird die B213 zu einer der wichtigsten Ausweichstrecken. „Sie ist eine Umleitungsstraße“, betont Kuraschinski. Er möchte unabhängig vom Ergebnis der Verkehrsbefragung zum Ministerium in Hannover fahren, um über die Klassifizierung der Straße zu diskutieren. „Ich würde mir wünschen, dass die Ahlhorner Straße zumindest bis zum dreispurigen Ausbau der Autobahn eine Bundesstraße bleibt“, erklärte er. Die Chancen dafür dürften jedoch gering sein, so dass vermutlich schon zum 1. Januar 2016 Kosten auf die Stadt Wildeshausen zukommen werden.

Wenn sich übrigens in der Zeit der Befragung auf der Autobahn ein Unfall ereignet hätte, wäre die Befragung auf der Bundesstraße abgebrochen worden. „Dann ist sie nicht mehr repräsentativ“, so Verkehrsplaner Westerheider, der die Ergebnisse der Aktion schon bald an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr weiterleiten wird.

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