Chaos für Norbert Renkel und Karin Jonuscheit

Xavier bringt sieben Minuten der Zerstörung

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Norbert Renkel zeigt die Überreste der Bäume, die um sein und Jonuscheits Haus verteilt liegen.

Wildeshausen - Von Alina Pleuß. „Ich war so am Ende, ich konnte kaum sprechen“, erzählt Norbert Renkel aus Wildeshausen. Er erinnert sich an den Moment, in dem der Orkan „Xavier“ auf seinem Grundstück eintraf. Sieben Minuten dauerte es, bis der Sturm rund 30 Bäume von Renkels Grundstück und dem des Nachbarn entwurzelt und zerstört hatte.

Ein Baum landete auf Renkels Haus, ein anderer auf dem Gebäude der Nachbarin Karin Jonuscheit. Die oberflächlichen Schäden am Dach konnten bereits notdürftig wieder geflickt werden. „Wir hatten Glück im Unglück, dass unser Carportdach den Baum zuvor abgefangen und die Wucht des Aufpralls etwas gemildert hat“, erklärt Jonuscheit. Trotzdem haben sich im oberen Badezimmer die Fliesen gelöst, und die Fugen sind herausgesprungen. Auch das Wohnmobil und der Kleinwagen der Familie wurden beschädigt. „Ich stand am Fenster mit meinen Kindern und konnte nur zusehen.“

Auch Renkel erlebte bange Minuten: „Es war dramatisch. Man fühlt sich machtlos, man kann nichts tun.“ Seine Frau, die zum Zeitpunkt des Sturms auf der Arbeit war, musste später von einer Kollegin nach Hause gefahren werden. Die Bahnen fuhren aufgrund des Orkans nicht mehr. Was anschließend zurückblieb: „Ein Chaos“, so Renkel. Rund 150 Jahre alte Eichen lagen ringsrum verteilt. 

Das Gebäude der Familie Jonuscheit ist umgeben von Bäumen. Während einige dem Sturm trotzdem fiel einer auf das Haus.

„Es dauerte zwei Tage, bis wir wieder mit dem Auto aus der Ausfahrt fahren konnten.“ Dass zum Zeitpunkt des Sturms Herbstferien waren, sieht Jonuscheit als glückliche Fügung: „Auf dem Weg neben unserem Grundstück sind immer viele Schulkinder unterwegs. Wir können froh sein, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“

Vergessen könne man dieses Ereignis laut Renkel jedoch nie. Schließlich sei er mit diesen Bäumen vor der Haustür aufgewachsen. Das hinterlasse eine Lücke. Aber man sollte es doch positiv sehen: „Im nächsten Frühjahr wollen wir wahrscheinlich neue Laubbäume pflanzen. Das wird den Verlust nicht ausgleichen, aber zumindest ist es ein Anfang.“

„Ein Chaos“, beschreibt Norbert Renkel die Situation nach dem Orkan. Rund 30 Bäume sind auf dem Gelände entwurzelt worden.

1972 sei der letzte große Sturm gewesen, doch so immens wie dieses Mal war das Ausmaß damals nicht. Die Aufräumarbeiten werden wohl noch einige Tage andauern. Außerdem gilt es noch für Renkel und Jonuscheit zu ermitteln, welche der noch stehenden Bäume eine Gefahr darstellen und welche zu retten sind. „Ich denke, zwei von ihnen werden wir erhalten können“, so Renkel.

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