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Sieben Jahre in Südafrika: Wildeshauser schreibt autobiografisches Sachbuch

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Von: Ove Bornholt

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Buchvorstellung: Buchhändler Peter Gebhardt (links), Autor Dr. Günter Pabst und seine Frau.
Buchvorstellung: Buchhändler Peter Gebhardt (links), Autor Dr. Günter Pabst und seine Frau. © bor

Seine ganz persönlichen Erfahrungen mit Südafrika hat der Wildeshauser Dr. Günter Pabst nun aufgeschrieben. Er beschreibt das Ende der Apartheid.

Wildeshausen – Wildeshausen ist zwar eine Kleinstadt, weist aber eine durchaus bunt gemischte Bevölkerung auf. Vor sechs Jahren ist der Jurist Dr. Günter Pabst hergezogen und hat nun ein autobiografisch gefärbtes Sachbuch geschrieben: über Südafrika. „Heute mal keine Heimatlektüre“, sagte Buchhändler Peter Gebhardt, als das Buch „Schwarz, weiss, kunterbunt“ am Dienstag in der Gilde-Buchhandlung vorgestellt wurde.

Pabst stammt aus Schleswig-Holstein und war als Anwalt für Immobilienrecht in Mannheim tätig. „Ich war und bin wahrscheinlich immer noch ein Workaholic“, urteilte er über sich selbst – finanziell machte sich das zwar bezahlt, aber körperlich hatte der heute 75-Jährige einige Schwierigkeiten. Deswegen entschied er sich vor rund 30 Jahren, auszusteigen. Raus aus der stressigen Arbeitswelt, war die Devise. Den Deutschen zog es nach Kapstadt in Südafrika – wegen der gleichen Zeitzone, des milden Klimas, des europäisch geprägten Landes und auch wegen der für ihn günstigen Besteuerung ausländischen Vermögens. Schließlich plante er, von den Erträgen seines Ersparten zu leben. „Ich habe schon immer eine stille Bewunderung für Aussteiger gehabt“, sagte er. Nun war er selbst einer.

Ein Land im Wandel

In Kapstadt angekommen, übte er sich im Nichtstun und erlebte ein Land im Wandel. Die Apartheid (Rassentrennung) endete ein paar Jahre nach seiner Übersiedlung. Allerdings hielt Pabst das Nichtstun nicht aus. „Ich hatte die Wahl zwischen Depressionen und dem Rückfall in alte Verhältnisse“, erinnerte er sich. Der Aussiedler entschied sich für Letzteres, wenn auch in einer abgestuften Form. Als Berater für Rechtsfragen machte er sich einen Namen und gründete schließlich eine Schule zur Ausbildung der Gehilfen von Volljuristen.

Diesen beruflichen Werdegang, bei dem er auch politische Kontakte knüpfte, schildert der 75-Jährige in seinem Buch, gemischt mit persönlichen Eindrücken des Landes und seiner Kultur. Allerdings hat er seiner Hauptfigur den Namen Karsten Kellmann gegeben und die persönlichen Kontakte anonymisiert. Nur Personen der Zeitgeschichte werden mit korrektem Namen wiedergegeben. Und wie viel Pabst steckt im Kellmann? „Alles“, sagte er. Die Erlebnisse und Gedanken seien eins zu eins wiedergegeben.

Zeit von 1992 bis 1999 beleuchtet

Das Buch beleuchtet die Zeit von 1992 bis 1999. Der Autor lebte noch länger in Südafrika, verlor aber mit der Zeit den Glauben an das politische System. „Der ANC kann sich leisten, was er will, er wird immer wiedergewählt.“ Gemeint ist die Partei „African National Congress“, die seit dem Ende der Apartheid die Präsidenten stellt. Gleichwohl gebe es eine starke, freie und mutige Presse in Südafrika sowie Gerichte, die gegen die Regierung vorgingen. Allerdings sei das politische System „nur auf dem Papier eine Demokratie. Es ist mehr eine politische Oligarchie.“

Letztendlich verließ Pabst Südafrika im Jahr 2016 und landete in Wildeshausen, wegen der Wohnmöglichkeiten im Resort Spascher Sand. Er habe alle Brücken abgebrochen, sagte er.

Das Buch ist im Isensee Verlag in Oldenburg erschienen und hat 250 Seiten. Es ist für 25 Euro im Handel erhältlich.

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