Kreis-Grüne sorgen sich um den Zustand der Flora und Fauna entlang der Straßen

Sieben Fragen zu Seitenstreifen

„Hier hat nichts überlebt“: Aufnahme entlang der Kreisstraße bei Huntlosen (in Richtung Hengstlage, K 337) und Hengstlage Richtung Sage (L 870). Fotos: Hüsers

Landkreis – Nicht nur Wälder, Gärten oder Blühstreifen können wertvolle Refugien für Pflanzen und Insekten sein, sondern ebenso die Seitenstreifen von Straßen. Dieser Meinung ist zumindest die Kreistagsfraktion der Grünen: Gleichwohl sieht sie diese Rückzugsräume durch die Praxis der bodennahen Mahd beziehungsweise Schredderns als gefährdet oder gar als bereits tatsächlich zerstört worden an. In einer Anfrage an den Landkreis fordert die Fraktion Aufschlüsse über die Hintergründe.

Neben weiteren, bereits initiierten Aktionen zum Insektenschutz sehen die Grünen einen weiteren Maßnahmenbereich auf Landkreisflächen sowie an Straßenseitenrändern. „Hier besteht nach Auffassung der Kreistagsfraktion aktuell dringender Handlungsbedarf“, schreibt der Fraktionsvorsitzende Eduard Hüsers aus Huntlosen. Von einem „engagierten Bürger“ sei er während der Veranstaltung „Ideen für einen insektenfreundlichen Garten“ im Kreishaus auf die Situation aufmerksam gemacht worden. Dieser konnte unter anderem nicht nachvollziehen, warum die Straßenseitenränder an Kreis- und Landesstraßen so viele Meter seitlich geschreddert und das bis zum 1. April – und dann noch direkt über dem Erdboden. „Da wird doch alles Leben, von Insekten bis Kleintieren, getötet. Da werden die Rückzugsmöglichkeiten für Fasanen und Rebhühner sowie Wildbienen und Schmetterlinge zerstört“ gibt Hüsers das Gespräch wieder. Die Wildbiene „Ceratina cyanea“ etwa überwintere in der Brombeerranke, gibt er ein Beispiel. Im Frühjahr des folgenden Jahres braucht das Weibchen zur Vermehrung trockene Brombeerruten (Totholz) zur Vermehrung. In Kammern legen sie dort ihre Eier ab.

Die Straßenseitenränder werden im Landkreis von den Straßenmeistereien Oldenburg, Delmenhorst und Wildeshausen betreut, so der Grüne. Sie sind zuständig für der Verkehrswege. Für die Betreuung der Kreisstraßen kommt das Personal vom Landkreis, konstatiert Hüsers. In Anlehnung an das zitierte Gespräch formuliert er Fragen an den Landkreis:

. Wer gibt den Mitarbeitern die Anweisung bis zu 5 Meter links und rechts der Straßen zu schreddern?

. Würde nicht gut ein Meter ausreichen, um für die notwendige Verkehrssicherheit zu sorgen?

. Gibt es Vorgaben vom Bund oder Land, wie breit der Mähbereich sein muss?

. Warum werden die Gräben neben der Straße komplett bis auf null Zentimeter geschreddert? Gibt es hierfür eine Erklärung oder ist es unsere althergebrachte Erziehung, „alles muss sauber und kurz geschnitten sein“?

. Ist die Schreddertechnik im Hinblick auf mehr Insektenschutz noch zeitgemäß? Wäre eine Mähtechnik nicht zielführender?

. Wie werden die Mitarbeiter geschult, um für optimale Entwicklungsmöglichkeiten der Insekten, aber auch für Rückzugsmöglichkeiten der Wildtiere zu sorgen?

. Liegen Erkenntnisse vor, inwieweit schützenswerte Pflanzen durch diese extremen Mulchhäcksler geschädigt werden oder vernichtet wurden?

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