Ab 21. September gibt es „echtes“ Wildeshauser Bier von Bannas

Nach dem Bauen kommt das Brauen

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Britta und Thomas Bannas mit Bannas-Fässern.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Seit einem Jahr braut Thomas Bannas sein eigenes Wildeshauser Regionalbier als „Spezial“ –allerdings in Bayern. Am 21. September wird erstmals in Wildeshausen gebrauter Gerstensaft ausgeschenkt. „Ein naturtrübes Pils“, sagt Bannas, der kommende Woche die ersten Sude auf der Hofstelle in Lohmühle einbrauen möchte.

Zwei Jahre lang haben Britta und Thomas Bannas auf der Hofstelle von Stephan Bannas geplant und gebaut. Die alten Eichenständer bekamen eine Stütze, Leitungen wurden neu verlegt und ein Kühlraum eingerichtet. Im ehemaligen Stall des Gebäudes aus dem Jahr 1849 entstand so eine kleine Brauerei mit Ausschank und Sanitäranlagen für Gäste. Die Brautechnik ist jetzt angeschlossen, die Kessel stehen, so dass die Produktion des Pils`, ein Tag Brauen, eine Woche Hopfengärung und drei Wochen Reifung, anlaufen kann. Für den 21. September ist ein Tag der offenen Tür geplant, an dem das Wildeshauser Bier offiziell vorgestellt wird.

Bannas entstammt einer alten Brauerfamilie. Der Großvater hat in der Hemelinger Brauerei gearbeitet, der Vater war bei Haake Beck beschäftigt. Sohn Thomas war seit 1983 bei Beck&Co und machte 1996 seinen Meister als Brauer und Mälzer. Bannas weiß einiges über die Biere dieser Welt. So lernte er in Bayern zahlreiche kleinere Brauereien kennen, braute zwei Jahre für Becks in Indien, führte für Interbrew ein Jahr lang in Namibia Becks in Südafrika ein und war später überall in Europa unterwegs, um den Brauvorgang von Becks vor Ort zu begleiten.

Prägend war für ihn eine Erfahrung, die er in Trinidad Tobago machte. Dort lernte er das Mackeson Stout kennen, ein Bier, das in alter Lizenz gebraut wurde und dessen Marke sich der „Anheuser-Busch InBev“-Konzern einverleibte. „Dort erfuhr ich, welch große Wertschätzung ein lokales Bier erfahren kann.“

Während vor Jahren der Trend dahin ging, kleine Biermarken aufzugeben, läuft die Entwicklung jetzt genau anders herum. Lokale Biere sind im Kommen. Der Verbraucher möchte etwas Spezielles trinken. „Bier ist ein Genussmittel“, sagt Bannas, der saisonabhängige Biere brauen möchte, die zu Spargel oder Wild passen. Seine Chargengröße umfasst 200 Liter, so dass er flexibel reagieren kann. „Es lässt der Kreativität viel Raum und ist wirtschaftlich sinnvoll.“ So könnte er sogar für Feste, zum Beispiel der Feuerwehr oder für Familienfeste, ein spezielles Bier brauen.

Ziel von Bannas ist es, etwa 400 Hektoliter Bier jährlich zu brauen und es im heimischen Handel sowie der regionalen Gastronomie anzubieten. Zudem möchte er Brauseminare geben und Besichtigungen mit Verköstigung anbieten. „Wir wollen langsam wachsen“, sagt Ehefrau Britta, die das gesamte Projekt mit steuert und unterstützt. „So gewinnen wir an Erfahrung. Weniger ist manchmal mehr.“ Die Resonanz zeigt, dass Bannas auf dem richtigen Weg ist.

www.bannasbier.de

dr

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