Sozialausschuss stimmt für Schaffung der Beratungsstelle

Ein Seniorenstützpunkt mit „Bordmitteln“

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Seniorenbegleitung: in Vechta erfolgreich.

Wildeshausen/Landkreis – Was mit breiter Zustimmung der Politik begann, dann aber auf einen gewissen Widerstand der Verwaltung stieß, schließlich sogar in Bürgerprotest mündete, hat sich nun in Wohlgefallen aufgelöst: Der Landkreis Oldenburg richtet einen eigenständigen Seniorenstützpunkt ein. Der Gesundheits- und Sozialausschuss des Landkreises stimmte der Verwaltungsvorlage während seiner Sitzung am Dienstagabend im Wildeshauser Krankenhaus Johanneum einstimmig zu.

Vor der zurückliegenden Sitzung im Februar hatten noch Mitglieder der Seniorenvertretung vor dem Kreishaus demonstriert – Hintergrund war der Unmut des Landkreises, im laufenden Jahr zusätzliche Stellen für die Beratung zu schaffen. Dies sei umso unsicherer, da nicht klar sei, wie und ob das Land diese neuen Stellen fördern werde, hieß es seinerzeit.

Mit dem Vorschlag, bereits vorhandene Stellen innerhalb des Landkreises umzuschichten, wie Sozialdezernent Bodo Bode es nun vortrug, konnte sich der Ausschuss anfreunden. Demnach werden eine halbe Vollzeitstelle der Beauftragten für „Fragen des Alters“ und eine Dreiviertelstelle einer Sachberaterin, die vorher für die Sozialhilfe zuständig war, umgeschichtet. Beide gehören zum Amt für Teilhabe und soziale Sicherung, führte Bode aus. Dieses befinde sich zur Zeit ohnehin in einer Phase der Neustrukturierung.

Diese Lösung entspreche somit auch dem Wunsch der Ausschussmitglieder, den Stellenplan nicht anzurühren. Das Aufgabenspektrum sei nahezu identisch mit dem, welches das Land bei einer Finanzierung einfordere. Die Verwaltung werde im Auge behalten, wie sich die Förderkulisse entwickle und ob zusätzliche Stellen benötigt werden. Damit war denn auch Heinz Priesmeyer, Vorsitzender der Seniorenvertretung, vollauf zufrieden. In der zurückliegenden Sitzung hatte er noch eine gewisse Schwerfälligkeit seitens der Verwaltung moniert (wir berichteten). 

„Danke, das ist nicht selbstverständlich“, bedankte er sich nun für die dann doch schnelle Lösung des Problems, von der Antragstellung bis jetzt. Es werde sich zeigen, ob das vom Landkreis gesteckte Aufgabenfeld in der Praxis ausreiche. Vergleiche mit anderen Landkreisen halte er für unnötig, sagte Wolfgang Sasse (CDU): „Heute haben wir einen Einstieg gemacht, danach bauen wir aus.“ Das Thema sollte nicht „zerredet“ werden, die Verwaltung die Chance bekommen, die Aufgaben abzuarbeiten. Dem schloss sich Thore Güldner (SPD) an. Gleichwohl sollten Mitarbeiter, etwa aus Vechta, zu einer nächsten Sitzung eingeladen werden, um von ihren Erfahrungen berichten, kam abschließend der Wunsch im Ausschuss auf.

Bereits 2015 wurde der Seniorenstützpunkt laut Landkreisinfo in Vechta ins Leben gerufen, 2018 wurde er um einen Pflegestützpunkt erweitert: „Dadurch haben nun auch Pflegebedürftige aller Altersstufen die Möglichkeit sich beraten zu lassen, wenn es darum geht, so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben“, heißt es auf der Internetseite des Nachbarlandkreises. 

Pressesprecher Jochen Steinkamp verdeutlicht auf Anfrage unserer Zeitung: „Der Landkreis Vechta hat sehr gute Erfahrung mit der Einrichtung des Seniorenstützpunktes gemacht. Wir führen jährlich 200 Beratungen für Senioren durch. Außerdem werden „Duo“-Seniorenbegleiter ausgebildet, die hilfebedürftige Senioren im Alltag unterstützten.“ Bei dem Schulungsprogramm „Duo“ handelt es sich um eine Qualifizierungsmaßnahme für ehrenamtliche Seniorenbegleiter. 

Hinzu kommen Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen rund ums Leben im Alter. Auch ein Einkaufsmobil, mit dem Senioren zu Supermarkt gefahren werden, sei aus dem Projekt hervorgegangen. Die Gesamtkosten des Seniorenstützpunktes betragen laut Steinkamp 57 200 Euro jährlich, wobei 40 000 Euro als Förderung vom Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie kommen – der finanzielle Aufwand für den Gemeindeverbund ist unter dem Strich somit vergleichsweise gering.

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