Initiative „Sicher und fair im Straßenverkehr“

Senioren in die Fahrschule

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Lothar Döhnert

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Niemand hat vor, den Senioren ihre Mobilität zu nehmen. Aber der Appell der Verkehrswacht ist eindeutig: Auf freiwilliger Basis sollen sich die älteren Semester an der Aktion „Sicher und fair im Straßenverkehr“ beteiligen, die sie in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Oldenburg, der Polizeiinspektion und der Fahrlehrerschaft angeschoben hat und die nach den Ferien starten soll.

Wir haben mit dem Ehrenvorsitzenden der Verkehrswacht für den Landkreis Oldenburg, Lothar Döhnert aus Wildeshausen, über dieses Thema gesprochen. Denn er weiß, von was er spricht, gehört er doch mit seinen 79 Lebensjahren ebenfalls zum älteren Semester: „Es gibt sehr viele Senioren, die ihr Auto nur noch im Nahbereich nutzen und eher selten fahren. Das Problem ist dann, dass sie sich im stets wachsenden Straßenverkehr nicht mehr richtig zurechtfinden.“

Die neue Initiative richte sich insbesondere an Verkehrsteilnehmer, die älter sind als 65 Jahre. „Allerdings hat die ganze Sache einen rein präventiven Charakter. Es bleiben alle Daten vertraulich. Ein Durchfallen mit der Konsequenz des Führerscheinentzugs gibt es nicht“, so Döhnert. Aber es sei überaus wichtig, in dieser Richtung etwas zu unternehmen: „Nach erfolgreicher Teilnahme gewährt der Landkreis einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent zu den angefallenen Kosten.“

Er selbst habe die verschiedenen Anforderungen schon erfüllt: „Ich habe zu den Testpersonen gehört, die vom Landkreis ins ,Rennen‘ geschickt wurden. Eigentlich sollten zwölf Personen daran teilnehmen, aber es haben sich mehr als 150 Senioren gemeldet.“ Zunächst habe er eine Fahrstunde gemacht: „Der Fahrlehrer hat mich quer durch Oldenburg geschickt und hatte nichts zu bemängeln.“ Nur einmal sei er etwas zu schnell gewesen: „Während der Fahrstunden macht sich der Fahrlehrer Notizen auf seinem Bewertungsbogen, um am Ende mit den Senioren über das eventuelle Fehlverhalten sprechen zu können.“

Der nächste Punkt ist eine Stunde Theorie. „Auch das sehe ich als sehr wichtig an, denn im Laufe der Jahre hat sich immer mal etwa geändert, auf das sich die Autofahrer einstellen müssen“, so Döhnert. Fakt sei, dass einige Senioren mit reichlich Defiziten unterwegs sind: „Wenn diese nicht mehr abstellbar sind, sollte jeder in sich gehen und besser auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.“

Zur Initiative gehören zudem ein Sehtest sowie ein Hörtest. „Das sind zwei ganz wichtige Sachen und sollten ohnehin im Alter regelmäßig gemacht werden“, so Döhnert. „Ganz wichtig ist auch, dass sich die Senioren bei Arzt oder Apotheker kundig machen, wann sie nach der Einnahme von bestimmten Medikamenten überhaupt wieder am Straßenverkehr teilnehmen dürfen.“

Am Ende stehe ein Verkehrssicherheitstraining auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Ahlhorn: „Auch das ist von großer Wichtigkeit, damit die Teilnehmer einige Situationen simulieren können“, betonte Döhnert.

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