Oldenburgische Kirche verzichtet auf Sachspende

Seltener Teppich landet nun in einer Moschee

Dieser Teppich aus der persischen Provinz Keshan fand als Sachspende bei der Oldenburger Kirchenverwaltung kein Interesse.

Wildeshausen - Von Christian Hannig. Spenden werden eigentlich bereitwillig angenommen, offensichtlich aber nicht immer bei der evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg. Zweimal wurde der Kirchenverwaltung schriftlich das Angebot einer Sachspende gemacht; beide Schreiben blieben unbeantwortet. Bei der Gabe handelte sich um einen großen Teppich, gedacht für den Altarraum einer der Kirchen, die unter der Oldenburger Verwaltung stehen.

Alternativ hätte die Kirche den Teppich auch zu Geld machen können – etwa auf einer Auktion. Der Erlös wäre möglicherweise beachtlich gewesen, denn es handelt sich um ein wertvolles Exemplar, einen „Keshan“ von feiner Knüpfart mit mehr als 300. 000 Knoten pro Quadratmeter, seltener Musterung und besonderer Farbgebung. Der Kaufpreis von umgerechnet etwa 6 .500 Euro konnte mit Urkunde belegt werden.

Der Teppich wurde bei dem Wildeshauser Besitzer (der nicht namentlich genannt werden möchte) nicht benutzt, sondern wartete als Wertobjekt gegen Licht-, Staub- und Feuchtigkeitseinfluss versiegelt sowie geschützt gelagert auf eine würdige Verwendung.

Als die Oldenburger Kirchenverwaltung durch ihr Schweigen offensichtliches Desinteresse an der Sachspende zeigte, genügte ein Anruf in Hamburg, und es fand sich sofort ein Interessent. Dort wurde 1961 in einem Arbeiterviertel eine Kirche gebaut, die, inzwischen entwidmet, nun in eine Moschee umgewandelt wird. Eine ganz besondere Moschee, denn sie ist als Begegnungsstätte von Moslems und Christen gedacht. Eine Schrift hierüber, entstanden durch die Kooperation zwischen dem islamischen Zentrum und dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hamburg macht deutlich, dass das Miteinander religionsübergreifend ist.

Sogar die jüdische Gemeinde war in diesen Öffnungsprozess eingebunden. Juden und Moslems an einem Tisch, ansonsten eher selten. Zwar wäre der Teppich für eine Kirche im Wildeshauser/Oldenburger Raum (gar für die hiesige Alexanderkirche) ein Schmuckstück gewesen, aber nun werden in einer Hamburger Moschee mehrere Religionen über diesen gehen.

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