2 687 Teilnehmer beim Ausmarsch / Jürgen Luthardt seit 50 Jahren König

Mit Selfie-Stick und Blumen auf dem Weg in den Krandel

Für ein schönes Foto legen sich Schwarzröcke gerne ins Zeug.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Sie kamen aus allen Richtungen in Wildeshausen, diesmal auch von den „Gildestuben“, wo zwei Kompaniequartiere eingerichtet waren: 2 687 Teilnehmer konnte Oberstleutnant Andreas Tangemann am Dienstag um 15 Uhr auf der Herrlichkeit zählen. Erstmalig gab dann Oberst Wilhelm Meyer den Ton an. Schnell, zackig und unüberhörbar befahl er: „Regiment marsch!“

Allerdings setzte sich der bunte Zug diesmal rund eine Viertelstunde später als gewöhnlich in Bewegung. Aus der Kompanie Cornauer Tor waren 976 Männer dabei, die Kompanie Huntetor war mit 834 Männern vertreten, von der Kompanie Westertor marschierten 372 Männer aus. Komplettiert wurden sie von 48 Offizieren, 40 Königen, 94 Mitgliedern der Ratskompanie und natürlich den Musikgruppen.

Gute Laune beim Ausmrarsch.

Bei angenehmen Frühlingstemperaturen waren die Straßen gesäumt von Schaulustigen. Sie bekamen einiges zu sehen. Die „Blackstreet Boys“ trugen feine Schnurrbärte, die „Pfingstkings“ führten ganze Blumensträuße am Zylinder aus, und die „All Blacks“ zeigten stolz ihren Gildecup, den sie erstmals gewonnen hatten. Es gab Truppen, die eine Konfetti-Kanone ans Gewehr gebunden hatten, andere nutzen das Holzschießeisen als Selfie-Stick für ihre Kamera, und „Pulp Pfingsten“ musste aufpassen, dass die (künstlichen) Sonnenblumen nicht abknickten.

Sie alle trafen wohlbehalten im Krandel ein, wo General Jens Kuraschinski lobte: „Wir haben einen hervorragenden Ausmarsch hinter uns.“ Er stellte dem Regiment den neuen Oberst vor und ließ ihn dreimal hochleben. Meyer richtete dann seine Worte an die Truppen: „Ich bin stolz auf die Gilde. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein.“

Anschließend wurden die Jubilare geehrt. Mit dabei war auch Jürgen Luthardt, der vor 50 Jahren König der Gilde geworden war. Ganz stolz nahm er seinen Enkelsohn Carl-Gustav mit aufs Foto. Der Kleine ist sieben Jahre alt und reiste aus Kitzbühel in Österreich an, um ganz hautnah mitzuerleben, wie sein Opa geehrt wird.

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