Wildeshausen ehrt Bürger für Engagement

Selbstlose Hilfe in der Pandemie

Bei der Ehrung: Wolfgang Sasse, Wolfgang Däubler, Bastian Lahrmann, Holger Rinne, Nataliya Kamenova, Kathrin Siegmund, Claudia Volk, Jens Kuraschinski, Evelyn Goosmann und Frank Stauga (v.l.).
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Bei der Ehrung: Wolfgang Sasse, Wolfgang Däubler, Bastian Lahrmann, Holger Rinne, Nataliya Kamenova, Kathrin Siegmund, Claudia Volk, Jens Kuraschinski, Evelyn Goosmann und Frank Stauga (v.l.).

Wildeshausen – Alle Restaurants geschlossen, viele Geschäfte dicht, Hunderte Menschen mit Corona infiziert oder in Quarantäne – das war die Situation über viele Wochen im vergangenen Jahr. Doch gerade in dieser Zeit zeigte sich, dass die Menschen in Wildeshausen zusammenhalten und sich gegenseitig helfen. Vier Initiatoren von Projekten wurden am Donnerstagabend beispielhaft im Wildeshauser Rathaus geehrt.

Frank und Nicolle Stauga vom „Alten Amtshaus“ kochte kostenlos für Bedürftige Essen aus eigenen und gespendeten Zutaten. Holger Rinne, Latifa Bouaziz, Nataliya Kamenova, Kathrin Siegmund, Ute Tuleweit, Bastian Lahrmann, und Thorsten Liedär starteten bei Facebook die Initiative „Wildeshausen hilft“. Claudia Volk bot mit mehreren Übungsleitern zusammen bis zu 15 Online-Trainings in Gymnastik, Tanz und Aerobic wöchentlich für Kinder und Jugendliche an. Wolfgang Sasse richtete die Beachsport-Anlage im Krandel für viele Menschen coronakonform ein.

Bürgermeister Jens Kuraschinski und seine Stellvertreter Evelyn Goosmann und Wolfgang Däubler ehrten die Engagierten im Trauzimmer mit einer Urkunde und Präsenten. „Seit März war in Deutschland nichts mehr so wie früher“, sagte Kuraschinski. Am 22. März sei das gesamte öffentliche Leben heruntergefahren worden. Viele Menschen hätten sich aber besonders stark für andere eingesetzt, betonte er. Im Rahmen der städtischen Ausschreibung seien Stauga, Volk und „Wildeshausen hilft“ vorgeschlagen worden. Es gebe aber selbstverständlich viele andere, die selbstlos geholfen haben.

Kochen für Bedürftige

Wochenlang durften Nicolle und Frank Stauga ihr Restaurant „Altes Amtshaus“ nicht für Gäste öffnen. Doch das Wildeshauser Gastronomenehepaar legte nicht die Hände in den Schoß, sondern kochte für Menschen, die in der Coronakrise dringend auf kostenloses Essen angewiesen waren. Rund 60 Personen kamen in Spitzenzeiten täglich an die Herrlichkeit, weitere 60 wurden von Ehrenamtlichen beliefert. 40 Tage lang kochte Stauga täglich, im Anschluss bis zum 29. Mai noch zweimal die Woche. In dieser Zeit kamen 5700 Euro an Spenden zusammen.

Am 8. März 2020 hatte Rinne die Gruppe „Wildeshausen hilft“ online gestellt. Von der Hilfsbereitschaft der Wildeshauser war er überwältigt, berichtet er rückblickend. So viel Engagement habe er nicht erwartet. Nicht nur, dass innerhalb eines Tages mehr als 400 und Wochen später 1 500 Menschen der Gruppe beigetreten waren. Mit Siegmund, Bouaziz sowie Lahrmann und Liedär sei das Administratoren-Team schnell erweitert worden. Es sei so gelungen, vielen Menschen zu helfen, sei es mit der Lebensmittelversorgung als auch mit weiteren Dienstleistungen, beispielsweise dem Einlösen von Rezepten. „Die Leute waren sehr dankbar“, so Rinne.

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