„Second Line“-Band überzeugt beim Debüt

Begeisterung für Jazz aus Schweden

Die „Second Line Jazz Band“ aus Göteborg begeisterte das Wildeshauser Publikum. - Foto: an

Wildeshausen - Mit ihrem Wildeshausen-Debüt überzeugte die „Second Line Jazz Band“ aus Göteborg in Schweden am Freitagabend das Publikum im Kreismusikschulsaal vollends. Dieses Fazit zog der Vorsitzende der Wildeshauser Jazzfreunde Jörg Skrzippek bereits während der Konzertpause: Die Begeisterung der Zuschauer sprach Bände. Erwartungsgemäß brachten die sechs Musiker aus Schweden den Saal auch im zweiten Set wieder zum Kochen.

Musikalisch hielt sich die Band, die sich vor allem dem New-Orleans-Revival-Stil verschrieben hat, gerne in den 1920er-Jahren auf. So begannen sie die zweite Konzerthälfte mit „Saratoga Shout“ von Luis Russell. Obwohl das nächste Stück aus derselben Zeit stammte, bildete es einen Kontrast. Die „Second Line Jazz Band“ widmete sich dem „Alabama Song“ von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) aus dem Jahr 1925 – allerdings in der Version von der Band „The Doors“ aus den 1960ern.

New-Orleans-Zeit lebt wieder auf

„A nice little song“, versprach Posaunist und Moderator Niklas Carlsson dem Publikum bei der Ankündigung des Titels „Sweet Emma“ von Nat Adderley. Auch bei dem Stück fühlten sich die Jazzfans in die New-Orleans-Zeit versetzt. Einen stimmungsvollen Ausflug in die Welt der Gospels unternahmen die Schweden mit ihrer Interpretation von „Let the light from the lighthouse shine on me“.

Ein absoluter Höhepunkt folgte dann mit „St. Philips Street Breakdown“. Scherzhaft widerwillig verließen dazu Trompeter Jesper Albrektsson und Posaunist Carlsson die Bühne. „Eigentlich kann man kein Jazz-Stück ohne Posaune und Trompete spielen“, informierte Carlsson die Zuschauer. Sie täten es nur auf die dringende Bitte des Publikums, das sich diesen Titel anscheinend so sehr wünsche.

Also machte sich Olof Skoog am Saxofon bescheiden für seinen großen Auftritt als einziger Bläser in der Formation bereit. Die vier verbleibenden Musiker auf der Bühne – neben Skoog der Schlagzeuger Johan Horner sowie Per Bach am Kontrabass und Anders Wasén am Banjo – liefen bei dem Stück allesamt zur Höchstform auf. Sie schienen die Zeit wie wild nutzen zu wollen, um sich an ihren Instrumenten zu beweisen, und brachten das Publikum mit sich bis ins rasanteste Spiel steigernden Soli zu endlosen Begeisterungsstürmen.

Fetziges Medley beendet den Abend

„Quite good“, musste sogar Carlsson im Anschluss feststellen. Nach dieser „Explosion“ müsse man nun aber die Stimmung wieder etwas beruhigen. „We make Duke Ellingtons ‚In my solitude‘ the best lovely soft slow jazz music ever“, versprach er – und behielt recht. Die Zuschauer konnten nur bedauern, dass er danach bereits den letzten Song des Abends ankündigte. Mit einem fetzigen Medley ließen die Musiker einmal mehr bekannte Gospels hören. Natürlich ließ sich die „Second Line Jazz Band“ nicht lumpen und gab nach stürmischem Applaus auch noch eine Zugabe.

Laut Skrzippek darf sich das Publikum außerdem bereits jetzt schon auf den nächsten Auftritt der Gruppe im Jubiläumsjahr der Jazzfreunde 2019 freuen. - an

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