Die Orgel der Alexanderkirche muss saniert werden, doch vom Oberkirchenrat kommt kein Signal

Schweigen aus Oldenburg

Kantor Ralf Grössler muss beim Orgelspiel aufpassen, dass sich nicht „falsche Töne“ in das Konzert mischen.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Es ist schon fast ein ewiges Klagelied: Wenn Kantor Ralf Grössler auf der Orgel der Wildeshauser Alexanderkirche die Tasten drückt, erklingen immer wieder Pfeifen, die er gar nicht spielt. Die Windladen des Kircheninstruments sind undicht, der Kunststoff ist brüchig geworden und weist Risse auf. „Die Orgel ist nicht ganz dicht“, sagt Grössler salopp, um dann ganz ernst fortzufahren: „Wir müssen dringend etwas tun.“

Dass etwas geschehen muss, weiß nicht nur der Gemeindekirchenrat. Auch der Oberkirchenrat in Oldenburg ist informiert. „Leider haben wir von dort schon lange nichts mehr dazu gehört“, erklärte Grössler, als er während des Tages des offenen Denkmals den Besuchern die Orgel zeigte. Und auch Wiltrud Stanszus, Mitglied im Gemeindekirchenrat, hofft, dass es bald eine Lösung gibt. „Die Sanierung der Orgel ist überfällig“, sagt sie.

Doch damit ist es nicht getan. „Die Orgel steht zu hoch und hängt zu sehr unter dem Gewölbe“, erklärt Ralf Grössler. Das sei für den Klang nicht optimal. Deshalb habe die Kirchengemeinde den Plan entworfen, ein neues Gehäuse und ein neues Gerüst zu bauen. „Die Orgel würde dann zu beiden Seiten des Eingangs stehen“, so der Kantor. Das hätte den Vorteil, dass auch die zurzeit verdeckte Rosette wieder freigelegt werden könnte.

Probleme gibt es allerdings mit dem Denkmalschutz. Die zuständigen Mitarbeiter beim Oberkirchenrat möchten die Kirche so erhalten, wie sie ist. „Dabei ist die Empore, wie sie jetzt steht, erst Ende der 70-er Jahre erbaut worden“, empört sich Grössler. In jedem Fall sollten die Orgelpfeifen erhalten bleiben, weil sie „wunderschön klingen“.

Grössler kann davon berichten, dass es in der Kirche ein akustisches Phänomen gibt. Nicht nur, dass die Klänge von jedem Ort im Gotteshaus hervorragend zu hören sind. „Ein Tontechniker hat festgestellt, dass man vor der Tür stehend stereo hören kann.“ So sei jedes Instrument deutlich voneinander zu unterscheiden. Man könne genau zuordnen, auf welcher Seite der Chor und die einzelnen Musiker stünden.

Zurzeit ist die Zahl der Misstöne aber zu groß. Franz Duin, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, ist mittlerweile richtig sauer auf die „Oldenburger“. Keinerlei Signale würden vom Oberkirchenrat kommen, wie es mit der Orgel weitergehen solle. Die Gemeinde wisse langsam nicht mehr, wie sie überhaupt noch etwas erreichen könne. Auch mehrmaliges Nachfragen unserer Zeitung brachte kein Ergebnis. Der zuständige Mitarbeiter war nicht zu erreichen. Die lapidare Auskunft aus dem Vorzimmer: Die Sache sei in Arbeit, aber manches brauche nun mal seine Zeit.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

DBL bringt Bürgerhaushalt ins Spiel

DBL bringt Bürgerhaushalt ins Spiel

DBL bringt Bürgerhaushalt ins Spiel

Bürgermeisterkandidaten bekennen Farbe im Rededuell

Bürgermeisterkandidaten bekennen Farbe im Rededuell
Senioren-WG in Bruchhausen-Vilsen: Amtshof findet neue Besitzer

Senioren-WG in Bruchhausen-Vilsen: Amtshof findet neue Besitzer

Senioren-WG in Bruchhausen-Vilsen: Amtshof findet neue Besitzer
Zwei Schulen auf Reisen

Zwei Schulen auf Reisen

Zwei Schulen auf Reisen

Kommentare