Langjähriger Leiter des Wildeshauser Gymnasiums geht in Ruhestand

Schulschluss für Schirakowski

Ralf Schirakowski sieht das Gymnasium Wildeshausen gut aufgestellt für die Zukunft. Foto: dr

Wildeshausen – „Ich gehe jeden Tag gerne in die Schule“, sagt Oberstudiendirektor Ralf Schirakowski. Allerdings sind die Tage gezählt, an denen er das Wildeshauser Gymnasium dienstlich besuchen darf. Am 30. Januar wird der 68-jährige Leiter feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Exakt 21 Jahre lang hat er die Schule geprägt, denn am 1. Februar 1999 hatte er seinen ersten Tag als Rektor. Mit der neuen Verantwortung stand er auch deutlich seltener im Klassenraum als vorher – obwohl er bekennt, immer gerne unterrichtet zu haben.

Schirakowski hat in Münster Deutsch und Geschichte studiert. Er legte im Jahr 1976 sein Examen ab, war Referendar in Oldenburg, dann zehn Jahre Lehrer am Graf-Anton-Günther-Gymnasium in Oldenburg sowie zehn Jahre im Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst. Er wohnt in Oldenburg.

Start mit 50 Kollegen und 600 Schülern

Als er seinen neuen Job in Wildeshausen antrat, hatte er 50 Kollegen und 600 Schüler. Am gleichen Standort an der Humboldtstraße war auch die Realschule beheimatet, das Forum wurde sogar von Realschule, Hauptschule sowie Gymnasium gemeinsam genutzt.

„Heute haben wir doppelt so viele Lehrer und Schüler“, verdeutlicht Schirakowski eine rasante Entwicklung, die auch zur Folge hatte, dass Haupt- und Realschule neue Gebäude bekamen und das Gymnasium im Bestand deutlich wuchs. Wichtige bauliche Abschnitte sind die Einweihung des neuen Musiktraktes vor wenigen Jahren und der aktuelle Bau der Mensa mit Unterrichts- und Gruppenräumen, der im Sommer abgeschlossen sein soll.

Glücklich über den Landkreis Oldenburg als Schulträger

„Mit dem Landkreis Oldenburg als Schulträger haben wir richtig Glück“, so Schirakowski. Die Trägerschaft war im Jahr 2009 für 661 000 Euro von der Stadt an den Landkreis übergegangen. Das hatte den Weg freigemacht für massive Investitionen in den Bestand und neue Räume. „Wenn man vernünftig lernen möchte, muss man sich in den Gebäuden wohlfühlen“, ist eine Devise von Schirakowski. Das pädagogische Konzept für ihn und das Kollegium lautet: „Wir nehmen die Schüler auf, wie sie uns begegnen.“

Seit 2012 ist das Gymnasium offene Ganztagsschule. „Wir leben hier Inklusion“, so Schirakowski. „Wir stecken viel Kraft in die Differenzierung.“ So biete die Einrichtung Förderstunden und Hausaufgabenbetreuung an, um Schwächeren zu helfen. Sie setze aber auch darauf, die leistungsfähigeren Schüler zu stärken und zum Erfolg zu bringen.

Drei Jahre Verlängerung beantragt

Schirakowski hatte mit 65 vor drei Jahren beantragt, noch länger als Leiter tätig sein zu dürfen. Die Landesschulbehörde bewilligte das gerne. Nun ist aber Schluss, und der scheidende Direktor ist sicher, dass er die Schule sowie das Kollegium gut aufgestellt und engagiert zurücklässt. Auch die hohe Zahl der Abordnungen an andere Schulen sei von den Kollegen einvernehmlich organisiert worden, so Schirakowski. „Die Einsicht ist groß“, so seine Einschätzung. „Und die Kollegen bringen viele neue Erfahrungen mit.“

Die Nachfolge auf dem Direktorenposten ist noch nicht endgültig geklärt. Vorerst wird Carsten Sudholz als Stellvertreter die Dienstgeschäfte erledigen.

Gymnasium soll einen Campus erhalten

Nach dem Abschied von der Schule hat Schirakowski einiges vor. So möchte er seine drei Gitarren wieder hervorholen und üben. Zudem will er sich in der Sprachintegration von Kindern in Oldenburg engagieren. Lesen sowie Fahrten mit dem Wohnmobil stehen ebenso auf der Liste der geplanten Unternehmungen. Zur Einweihung der Mensa wird er sicherlich im Sommer an den Ort seines beruflichen Wirkens zurückkehren. Für den wünscht er sich, dass ein Campus entsteht, damit das Gymnasium ein noch schönerer Lernort wird.  dr

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