„Schulentscheidung nach Kassenlage“ in der Kritik

Emotionale Diskussion am SPD-Infostand auf dem Wildehauser Marktplatz

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Evelyn Goosmann (l.) diskutierte unter anderem mit Annegret Akenberg (M.) und Christin Rollié.

Wildeshausen - Von Holger Rinne. Es war die emotionale Diskussion, die die SPD-Fraktionsvorsitzende Evelyn Goosmann erwartet hatte. Das Thema des regelmäßig am ersten Sonnabend im Monat geplanten SPD-Infostandes vor dem Wildeshauser Rathaus lautete am Sonnabend „Unsere Schulen – Reden wir drüber“. Trotz des Schneetreibens wurde die Diskussion schnell hitzig.

Rund 20 betroffene Eltern der St. Peter-Schule nahmen die Gelegenheit wahr, ihren Unmut über den geplanten Standorttausch von St.-Peter- und Hunteschule zu äußern. „Erst die Grundschule an die Straße, dann sind zwei Kinder tot, dann wird überlegt“, brachte ein Vater die Angst der Eltern vor der in den Planungen bisher nicht gelösten Verkehrssituation an der ohnehin überlasteten Heemstraße drastisch auf den Punkt.

„Für alle möglichen Sachen gibt die Stadt großzügig Geld aus. Bei den Schulen wird dann vorrangig nach der angeblich schlechten Kassenlage entschieden“, warf die Vorsitzende des Fördervereins der St.-Peter-Schule, Annegret Arkenberg, den Ratsmitgliedern falsche Prioritäten vor.

„Im Galopp entschieden“

Auch die im Sommer pensionierte Konrektorin Ingrid Lutze setzte sich für den Erhalt des Standortes ein: „Jahrelang haben wir keine Forderungen gestellt, Notlösungen akzeptiert, ohne zu klagen. Und jetzt wird einfach gegen die Interessen und ohne Mitwirkung der Betroffenen im Galopp entschieden“.

Goosmann und SPD-Ratsherr Matthias Kluck verwiesen auf eine Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung vom Vormittag. Im Stadthaus hatte ein Architekt den Ratsmitgliedern die alternativen Planungen für den Neubau einer zwei- oder vierzügigen Grundschule sowie die Möglichkeiten und Kosten der Modernisierung der Hunteschule vor. „Die Planung für die Modernisierung ist wirklich fantastisch“, schwärmte Kluck.

Leider konnte das die Eltern nicht überzeugen. Einzelheiten durften die Mandatsträger aus der internen Sitzung nämlich nicht nennen.

Zu wenig Gehör für Vorschläge der Eltern

Das sorgte eher für zusätzlichen Unmut. „Warum werden die Zahlen erst am Montag im Rat bekannt gegeben? So haben wir Eltern keine Chance, vor den Entscheidungen des Rates am Montag und des Kreistages am Dienstag zu reagieren“, zeigte sich Christin Rollié über das Informationsverbot seitens der Verwaltung sehr verärgert. Überhaupt werde den Argumenten und Vorschlägen der Eltern zu wenig Gehör geschenkt.

Auch wenn die Diskussion zeitweise sehr heftig und hitzig geführt wurde, zollte man den anwesenden Ratsmitgliedern doch Respekt für ihre Bereitschaft, mit den Eltern darüber zu debattieren. Zu einer Einigung kam es erwartungsgemäß jedoch nicht.

Den Politikern dürften am Montag im Ausschuss für Schulangelegenheiten ab 15.30 Uhr im Stadthaus und anschließend ab 17 Uhr in der Ratssitzung im Rathaus wohl volle Besucherränge und längere Einwohnerfragestunden bevorstehen. Die Eltern haben bereits Proteste gegen den Schultausch angekündigt.

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