Schulen melden höheren Bedarf an Sozialarbeitern und Dolmetschern an

„Wir haben hier Kinder, die keine Toiletten kennen“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die Stadt Wildeshausen finanziert drei volle Schulsozialarbeiterstellen aus der eigenen Kasse. Dazu kommen Sozialarbeiter, die vom Land bezahlt werden, Dolmetscher und Integrationshelfer. Das hilft, die größten Probleme zu bewältigen. Dennoch müsste eigentlich noch viel mehr getan werden.

Dieser Eindruck blieb nach den Ausführungen der drei Grundschulleiterinnen Anja Lösch (Holbeinschule), Roswitha Remmert (Wallschule) und Brigitte Schmidt (St.-Peter-Schule) sowie von Dorit Hielscher (Rektorin Hauptschule) und Jan Pössel (Realschule) am Donnerstag im Schulausschuss der Stadt.

Die Aufgaben in den Schulen sind so vielfältig, dass sie kaum in Stichpunkte zu fassen sind. Während an der Real- und der Hauptschule Themen wie Schul-unlust, familiäre Probleme, Streit mit Mitschülern, Selbstmordgedanken, Drogen, Sexualität sowie Cybermobbing und Sprachbarrieren bearbeitet werden, geht es in den Grundschulen vorrangig um die Integration von Kindern, die ohne Sprachkenntnisse und kulturelles Grundwissen nach Wildeshausen gekommen sind, und den Kontakt zu ihren Eltern.

Bei 757 Schülern an der Realschule hat die Sozialpädagogin im Schuljahr rund 80 Fälle zu bearbeiten. Im Extremfall muss es gar zu Kriseninterventionen und Einweisungen kommen. „Es ist gut, dass wir viele Probleme kompetent in der Schule lösen können“, sagte Pössel. Hielscher berichtete darüber, dass allein in diesem Jahr 15 Kinder ohne Deutschkenntnisse in der Hauptschule angemeldet wurden. Sie sei froh, dass es Dolmetschertätigkeiten für bulgarische und arabische Kinder und Eltern gebe. „Feste Ansprechpartner sind hier sehr wichtig“, so die Rektorin.

In der Holbein- und der St.-Peter-Schule sind Schulsozialarbeiterinnen nur mit je einer Viertelstelle tätig. „Das reicht nicht aus“, so Schmidt. Lösch erklärte, dass von 210 Kindern ein Fünftel der Mädchen und Jungs Migrationshintergrund haben. „Wir haben Kinder, die nicht wissen, wie man eine Toilette benutzt“, sagte die Rektorin. Sie sei froh, dass es Dolmetscher und Sozialpädagogen gebe, aber die Anstrengungen müssten verstärkt werden. „Es fehlen uns zudem Räume“, so Lösch. „Es wäre schön, wenn wir den Mobilklassenraum behalten könnten.“

An der Wallschule haben von 403 Kindern 164 einen Migrationshintergrund. Sie kommen aus 14 Nationen, viele von ihnen sind Kurden oder Bulgaren. „Einige haben mit zehn Jahren noch nie eine Schule besucht“, so Remmert. 29 Kinder hätten sonderpädagogischen Förderbedarf. Von daher, so die Rektorin, sei es wichtig, die Schulsozialarbeit auszubauen.

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