Politik informiert sich vor Ort / Auch bei der Digitalisierung klemmt es noch

Schulen leiden unter der Raumnot

Stehen schon bereit: Die neuen Mobilbauklassen für die Hauptschule.
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Stehen schon bereit: Die neuen Mobilbauklassen für die Hauptschule.

Wildeshausen – Bei einer Bereisung der Haupt- und der Realschule durch den Wildeshauser Stadtrat wurde am Donnerstagnachmittag einmal mehr deutlich, dass die beiden erfolgreichen Bildungseinrichtungen zu wenig Platz für ihre Schüler haben. An der Hauptschule stehen schon jetzt mehrere Mobilbauklassen auf dem Hof, die zusätzlich zu den bestehenden drei Containern als Klassenräume dienen sollen. Und auch an der Realschule wird kommende Woche eine neue Mobilbauklasse angeliefert.

Grund für die Entwicklung sind die steigenden Schülerzahlen. „Wir haben dieses Jahr erstmals mehr Anmeldungen gehabt als das Gymnasium“, sagte Jan Pössel, Rektor der Realschule, die aktuell 823 Schüler besuchen. Den 33 Klassen stehen allerdings nur 29 allgemeine Unterrichtsräume zur Verfügung.

Pössels Kollegin von der Hauptschule, Dorit Hielscher, berichtete ergänzend von einem rasanten Anstieg – auch durch Förderschüler, die wegen der intensiven Betreuung doppelt zählen. 40 der 300 Schüler haben einen Förderbedarf. „Es fehlt bei uns an allen Ecken und Enden“, so die Rektorin. Das zeigt sich zum Beispiel im Lehrerzimmer, das über 30 Sitzplätze verfügt. Etwas wenig angesichts von 37 Pädagogen, die zum Teil schon ausquartiert wurden. „Die Lehrer sind natürlich unzufrieden“, sagte Hielscher. Und auch die Kommunikation im täglichen Betrieb leide. Besonders bei Schülern mit Problemen müssten sich die Lehrkräfte austauschen.

Was die Infrastruktur angeht, flüchtete sich die Rektorin in Sarkasmus. „Fehlende Dinge zu präsentieren, ist schwierig.“ Neue Klassenräume und mehr Platz im Lehrerzimmer würden sofort benötigt.

Trotz der beengten Lage wird an der Hauptschule ein guter Job gemacht, wie Konrektor Andreas Everinghoff ausführte. „99 Prozent der Schüler schaffen den Übergang in das Berufsleben.“ Wichtig dafür sei unter anderem der persönliche Kontakt. Gerade die Jugendlichen, die von der Realschule kämen, müssten etwas aufgefangen werden. „Es gibt das Stigma Hauptschule, aber zu Unrecht“, betonte er. „Hier ist jeder Schüler mit Namen bekannt“, hob er die persönliche Betreuung hervor.

Bei den Räumen wäre also einiges zu tun. Allerdings zwickt es auch bei der Digitalisierung. In der Hauptschule hat gerade mal ein Klassenraum ein Display, zwei Fach- und zwei Gruppenräume verfügen über Smartboards. So könne kein zeitgemäßes digitales Lernen stattfinden, sagten Hielscher und Everinghoff. „Wir brauchen bessere Ausstattung, damit unsere Schüler mithalten können“, sagte die Rektorin. Ausschreibungen dafür sind auch schon auf dem Weg, informierte die Verwaltung.

An der Realschule sieht es da etwas besser aus. Pössel forderte allerdings eine besser besetzte EDV-Abteilung. Derzeit würden sich Lehrkräfte um die Verwaltung der Nutzerdaten kümmern. Kreis und Stadt arbeiten an einer Lösung, die allerdings erst in zwei Jahren laufen soll.  bor

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