Abschlussklassen sollen am 27. April beginnen / Vierte Klassen ab dem 4. Mai

Schulen vor einem ungewissen Neustart

Bald geht es wieder los: Einige Schüler bereiten sich ab dem 27. April auf ihre Abschlussprüfungen vor. symbolFoto: dpa

Wildeshausen – Ungewöhnliche Dinge ereigneten sich in den vergangenen Wochen an den Wildeshauser Grundschulen. Da fuhren beispielsweise Eltern bei der Holbeinschule vor und ließen sich unter Wahrung des Sicherheitsabstandes durch das Fenster Arbeitsblätter von den Lehrern reichen. Pädagogen der St.-Peter-Schule fuhren die Haushalte ihrer Schüler ab und steckten dort Arbeitsblätter in die Briefkästen. Gleichzeitig wurden Klassenräume gesäubert und aufgeräumt, damit sie für den Neustart nach der Corona-Pandemie vorbereitet sind.

Wann dieser Zeitpunkt allerdings da ist, das wussten die Schulleitungen bis Donnerstagnachmittag noch nicht. „Wir warten auf einen Runderlass“, so Inke Bajorat, Rektorin der Holbeinschule, Elena Lietzmann, Rektorin der St.-Peter-Schule sowie Florian Bosse, Konrektor der Wallschule.

Grundsätzlich rechnen alle Schulen erst einmal damit, dass frühestens ab dem 4. Mai zunächst die Schüler der vierten Klassen wieder Unterricht erhalten sollen. Das aber dürfte schon einiges an Organisation erfordern. An der Holbeinschule gibt es 52 Schüler in drei Klassen, die kommendes Jahr auf die weiterführenden Schulen wechseln werden. Möglicherweise müssen die Klassen noch einmal in Gruppen aufgeteilt werden, die dann in verschiedenen Räumen sitzen. „Denkbar wäre, dass sie zu unterschiedlichen Zeiten Pause haben“, überlegt Bajorat. Aber selbst bei dieser Regelung sieht sie Schwierigkeiten, dass der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. „Die Kinder suchen ja die Nähe auch zu den Kollegen. Wie soll ich das abwehren?“, fragt sie. Spannend dürfte auch sein, ob die Lehrer einen Mundschutz tragen müssen und wann die Pädagogen welche Schülergruppe im Klassenraum haben.

„Vielleicht könnten wir in Schichten unterrichten?“, überlegt Lietzmann „Und eventuell vorerst nur die Hauptfächer wie Deutsch, Mathematik, Englisch und Sachkunde.“

Bislang haben die Grundschulen auf Weisung des Kultusministeriums in erster Linie das Hauptaugenmerk auf das Wiederholen und Vertiefen des bereits vermittelten Unterrichtsstoffes gelegt. „Das könnte sich bald ändern“, so Bosse. „Allerdings halte ich das im Grundschulbereich für sehr schwierig, neues Wissen über Arbeitsblätter zu vermitteln.“

An der St.-Peter-Schule gehen im Sommer 60 Kinder ab, an der Wallschule sind es gar 110 Jungen und Mädchen. „Wir sind gespannt, wie der Unterricht bis dahin organisiert werden soll“, berichtet Bosse.

Am Gymnasium Wildeshausen ist die Situation, was die Abschlussklassen betrifft, recht entspannt. Es gibt in diesem Jahr keinen Abiturjahrgang. Der Unterricht läuft online weiter, und es stellt sich eher die Frage, wie er ausgeweitet werden kann.

An der Realschule hingegen gibt es 117 Jugendliche, die im Sommer einen Abschluss in der Tasche haben sollen. „Ich bin zuversichtlich, dass die übergeordneten Behörden einen guten Weg finden, das zu regeln“, sagt Schulleiter Jan Pössel.

Wenn alle anderen Schüler erst einmal nicht da seien, könnten die Abschlussklassen in kleineren Gruppen auf die vorhandenen Räume verteilt werden. Auch, was die Kontaktbeschränkungen betrifft, ist Pössel recht entspannt. „Die älteren Schüler können das sicherlich gezielter steuern als Grundschüler“, sagt er. Auch an seiner Schule sollten in den vergangenen Wochen zunächst die Inhalte der vergangenen Monate wiederholt und vertieft werden. „Wir haben über das Internet Aufgaben verteilt“, so Pössel. Das sei auch sehr zufriedenstellend gelungen.

Interessant wird es aber auch an der Realschule, wenn ab Mai neuer Lernstoff vermittelt werden soll. Das dürfte nach Einschätzung des Rektors schwieriger werden. Und auch dort stellt sich seiner Meinung nach die Frage, ob es zunächst um die Hauptfächer Deutsch, Mathematik und Englisch gehen soll.

An der Hauptschule gibt es in diesem Jahr 30 Absolventen in der neunten und 45 in der zehnten Klasse. „Wir stellen uns darauf ein, dass sie am 27. April wieder zum Unterricht kommen“, berichtet Schulleiterin Dorit Hielscher. Die Jugendlichen würden dann in kleinen Gruppen zunächst auf die Prüfung vorbereitet und schließlich geprüft. Alle Schüler der Hauptschule hätten in der Vergangenheit online Aufgaben zur Erledigung bekommen.

Bürgermeister Jens Kuraschinski sieht auch bei den Schulen die Politik der kleinen Schritte als sinnvoll an. Die Stadt Wildeshausen ist Schulträger für die Grundschulen, die Haupt- und die Realschule. Die Stadtverwaltung sei in gutem Kontakt zu den Schulleitungen und gehe davon aus, dass der Unterricht langsam und mit aller Vorsicht wieder anlaufen könne, so der Verwaltungschef.  dr

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