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Schulen des Landkreises Oldenburg verzichten auf Luftfilter

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Von: Leif Rullhusen

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Luftfilter sollen in den Klassenräumen der Landkreisschulen nun doch nicht zum Einsatz kommen. Symbolfoto: dpa
Luftfilter sollen in den Klassenräumen der Landkreisschulen nun doch nicht zum Einsatz kommen. © DPA

Die Schulen des Landkreises Oldenburg verzichten als Übergangslösung auf den Einsatz von Luftfilteranlagen. Das berichtet der Kreis-Schulamtsleiter im Schul- und Kulturausschuss.

Wildeshausen – Bis zum Jahr 2025 will der Landkreis Oldenburg sämtliche Schulen in seiner Trägerschaft mit Lüftungsanlagen ausrüsten. Bis dahin müssen Schüler und Lehrer durch das Öffnen der Klassenfenster für virenfreie Frischluft sorgen.

Filteranlagen als Übergangslösung, die die Luft umwälzen anstatt sie auszutauschen, gibt es nicht. Die hätten zehn der elf betroffenen Schulvorstände abgelehnt, berichtete Kreis-Schulamtsleiter Maik Ehlers in der Schul- und Kulturausschusssitzung am Dienstagabend. „Wir wollten alle Nutzergruppen der Schulen einbeziehen und haben deshalb gezielt die Vorstände gefragt“, erklärte Ehlers dem Gremium.

Klassenräume müssten trotz Filter weiter gelüftet werden

Der Vorstand einer Schule habe die Entscheidung nicht treffen wollen und sie dem Landkreis überlassen. Bei dieser habe die Verwaltung sich an der Entscheidung der übrigen Bildungseinrichtungen orientiert und ebenfalls auf den Einsatz von Luftfilteranlagen verzichtet. Nach einer Übergangslösung hatte sich Thomas Leppin von der FDP/Freie Wähler/UWG/CDW-Kreistagsgruppe im Rahmen der Sitzung erkundigt.

„Der Landkreis hat ein Angebot gemacht und die potenziellen Nutzer haben sich dagegen ausgesprochen“, so Ehlers weiter. Ein treibender Faktor für diese Entscheidung sei gewesen, dass die Klassenräume trotz des Einsatzes von Filtern weiter hätten gelüftet werden müssen. Zudem seien die Filter sehr laut. Ein Fachplaner habe bereits im Vorfeld vier laut Datenblatt der Hersteller infrage kommende Geräte getestet. „Nicht einmal in der  niedrigsten Betriebsstufe haben sie die Geräuschvorgaben des Umweltbundesamtes eingehalten“, sagte Ehlers. Die Technik sei noch nicht ausgereift.

Ausschussvorsitzende lobt Kreisverwaltung

„Besser kann man eine Situation nicht lösen, als die Betroffenen bei einer solchen Entscheidung ins Boot zu holen“, lobte die Ausschussvorsitzende Saskia Kamp (SPD) die Kreisverwaltung. Das sei praktizierte Demokratie. Anika Hoffmann sah das völlig anders. „So ist das bei den Schulvorständen nicht angekommen“, entgegnete die Grüne. Dort habe es sich angefühlt, als sei die Entscheidung auf sie abgeschoben worden. Deshalb solle der Landkreis sein Angebot „nicht als einmalig abtun, sondern weiter mit den Schulen in Kontakt bleiben.“

Landrat Christian Pundt stellte klar, dass der Landkreis Schulen unterstütze, die doch noch eine Filteranlage haben möchten. Eine Umfrage „im großen Stil“ werde es aber nicht mehr geben.

Ein Großteil soll in den Sommerferien 2022 und 2023 folgen

Bereits im vergangenen Sommer hatte der Kreisausschuss beschlossen, die Unterrichtsräume mit Lüftungsanlagen auszurüsten. Von insgesamt 459 Räumen wurden bislang 167 entsprechend ausgestattet. Ein Großteil der 292 noch fehlenden Klassenzimmer soll in den Sommerferien 2022 und 2023 folgen. Der Gesamtaufwand des Investitionsvorhabens beträgt etwa 9,5 Millionen Euro. Förderanträge über 3,5 Millionen Euro seien „allesamt zwischenzeitlich positiv beschieden“ worden, schreibt die Kreisverwaltung in der Sitzungsvorlage zur Ausschusssitzung.

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