Schule will zwölf neue Unterrichtsräume in Wildeshausen – Verwaltung nur acht

Kreis denkt über Container für Gymnasium nach

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FDP-Landtagsmitglied Christian Dürr (von rechts) informierte sich mit weiteren Parteimitgliedern beim stellvertreten Schulleiter Karsten Sudholz, Schulleiter Ralf Schirakowski und dem Kreis-Schulamtsleiter Maik Ehlers über die Situation am Gymnasium Wildeshausen.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Angesichts von steigenden Schülerzahlen will das Gymnasium Wildeshausen zwölf neue Unterrichtsräume. Der Landkreis Oldenburg als Schulträger schlägt dagegen acht vor, von denen vier Container sein sollen.

„Uns ist bewusst, dass Container die schlechteste Lösung sind“, räumte der Leiter des Kreisschulamts, Maik Ehlers, ein. „Aber wir müssen beim Bauen auch nachhaltig denken.“ Er argumentierte damit, dass die Schülerzahlen zwar laut Prognose in den kommenden Jahren stark steigen, sich aber langfristig nicht auf diesem Niveau halten werden (siehe Infos unten). Demnach steigt die Zahl von jetzt 1152 Schülern zum Schuljahr 2020/21 auf 1390, um dann bis 2024/25 auf einen Wert von 1244 Schülern zu sinken.

Die Debatte kam am Mittwoch anlässlich eines Besuchs der FDP im Gymnasium auf. Die Lokalpolitiker um das Ganderkeseer Landtagsmitglied Christian Dürr und den Ostrittrumer Kreistagsabgeordneten Ernst-August Bode wollten sich über die aktuelle Lage an der Schule informieren.

„Wir wissen nicht genau, wohin die Reise geht“, informierte Schulleiter Ralf Schirakowski die Gäste. Damit bezog er sich auf die Frage weiterer Räume, aber auch auf die Inklusion und den doppelten Jahrgang, der auf die Schule zukommt. „Was passiert mit den Förderschulen Lernen?“, warf Schirakowski in die Runde. Ein Auslaufen der Schulform hätte Auswirkungen auf das Gymnasium, sagte er und sprach von „wesentlich mehr Schülern, wenn bei uns inklusiv unterrichtet werden soll“. Unter anderem damit begründete er, dass zwölf Unterrichtsräume nötig seien.

Die endgültige Entscheidung über die Erweiterung ist allerdings noch nicht gefallen. Vier Container und vier feste Unterrichtsräume seien nur ein Zwischenergebnis, erklärte Ehlers.

Die FDP schlug sich auf die Seite der Schule. In Bezug auf die Größe der Klassen „sind zwölf Räume besser geeignet“, sagte Bode. In den Klassen fünf bis neun werden im Schnitt 30 Schüler unterrichtet. In der Oberstufe sinkt der Wert etwas ab.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging es auch um eine Mitnutzung der Hauptschulmensa durch das Gymnasium. Dadurch könnte die Cafeteria des Gymnasiums entlastet werden, hofft der Landkreis. Ehlers sagte, er habe sich deswegen während der Herbstferien an den Träger der Hauptschule, die Stadt Wildeshausen, gewandt. Diese will sich laut Sprecher Hans Ufferfilge in Kürze mit dem Landkreis und der Schulleitung der Hauptschule zusammensetzen und das Ansinnen konkret besprechen.

Schülerzahlen:

Die Prognose orientiert sich an den Geburtenzahlen (Stand 2014). Derzeit werden 1152 Schüler am Gymnasium Wildeshausen unterrichtet. Im Schuljahr 2019/20 sollen es laut Vorhersage 1249 sein, also „nur“ rund 100 mehr. Doch dann steigen die Zahlen deutlich an. Da das Land die Schulzeit an Gymnasien wieder auf neun Jahre ausdehnen will, kommt es 2020/21 zu einem Doppeljahrgang. Für das Gymnasium in Wildeshausen bedeutet das eine Schülerzahl von 1390. Das wären fast 240 mehr als jetzt. Doch in den Folgejahren erwartet der Landkreis Jahr für Jahr weniger Schüler. Der letzte Jahreswert der aktuellen Prognose weist 1244 Schüler für 2024/25 aus.

bor

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