Lehrer von der Insel Gran Canaria hospitieren am Wildeshauser Gymnasium und loben es

Schule kaum noch zu verbessern

Zu Gast in Wildeshausen: Ina Franz (M.) mit Rosa Rodriguez Perez und Manolo Rodriguez Machodo. Foto: dr

Wildeshausen – So viel Begeisterung über eine Schule ist für deutsche Lehrerohren doch recht ungewöhnlich: Rosa Rodriguez Perez und Manolo Rodriguez Machado von der Schule „IES Pérez Galdós“ auf der kanarischen Insel Gran Canaria sind voll des Lobes über das Wildeshauser Gymnasium. Die beiden hospitieren vom 6. bis zum 18. Dezember im Rahmen eines Erasmus-Projektes in der Schule und haben eigentlich nur eine Anregung zur Verbesserung der Situation vor Ort: „Das Wetter sollte besser sein“, so Rodriguez Perez.

Ziel des Erasmus-Programms der Europäischen Union ist es, das deutsche Schulsystem und den Fremdsprachenunterricht kennenzulernen. „Die Kollegen sollen sich annähern“, so Studienrätin Ina Franz, die in Wildeshausen Kooperationspartnerin der Lehrer von der kanarischen Insel ist. Sie würde sich wünschen, dass nicht nur Kollegen aus anderen Ländern nach Wildeshausen kommen, sondern dass auch die Gymnasiumslehrer im Ausland hospitieren. „Der bürokratische Aufwand ist aber sehr groß“, blickt sie ein wenig neidvoll auf die kanarische Schule, die extra eine Koordinatorin für diese Projekte hat.

Die Gäste fühlen sich in der Kreisstadt sehr gut aufgenommen. „Die Menschen sind sehr freundlich und aufgeschlossen“, so Rodriguez Machado, der mit seiner Kollegin unter anderem den Weihnachtsmarkt besucht und auf dem historischen Markt Geschenke erworben hat.

Hauptanliegen der beiden Lehrer war selbstverständlich die Teilnahme am Unterricht. So waren sie in den Spanisch-Lerngruppen ebenso aktiv wie in den Leistungskursen und der Abiturvorbereitung. Sie haben dort auch den Unterricht geleitet.

Als sehr ungewöhnlich bezeichnen die Pädagogen die in Deutschland an vielen Schulen übliche frühe Trennung der jungen Menschen ab der fünften Klasse. In Spanien wird deutlich länger in Oberschulen unterrichtet, die die Schüler nicht nach Leistungen unterteilen. Die Jugendlichen im Wildeshauser Gymnasium sind nach Einschätzung der kanarischen Lehrer deutlich „pflegeleichter und disziplinierter“ als ihre eigenen. Zudem sei die Schule von den Räumen und dem Material her „sehr üppig“ ausgestattet. In vielen spanischen Schulen gibt es ihren Angaben zufolge deutlich weniger Computer und kaum Tablets. Bei den Kopierern wisse man nie, welcher gerade funktioniere.

Weil die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien extrem hoch ist, versuchen die Schulen laut Aussage der kanarischen Pädagogen, viel Sprachunterricht anzubieten. „Französisch, deutsch, italienisch“, so Rodriguez Perez. „Viele junge Menschen gehen ins Ausland, um zu arbeiten oder zu studieren.“

„In Deutschland ist viel mehr Geld“, stellen die Gastlehrer fest. Allerdings hätten sie es interessant gefunden, auch an der Haupt- oder der Realschule sowie an Oberschulen zu hospitieren, um die dortigen Schüler kennenzulernen. „Die sind vielleicht ein wenig mehr wie die, die wir bei uns unterrichten“, glauben sie.  dr

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