Schulausschuss ist geteilter Meinung, was die Finanzierung weiterer Schulsozialarbeiter betrifft/ Lehrer: „Eine Erfolgsstory“

„Wir können nicht immer mehr Geld ins System pumpen“

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Schulsozialarbeit wird immer mehr zum Brennpunktthema in Wildeshausen.

Wildeshausen - Was kann die Stadt Wildeshausen tun, um die Situation an den Grundschulen sowie der Haupt- und der Realschule mit ständig steigendem Bedarf an sozialpädagogischer Förderung und Sprachmittlerhilfe in den Griff zu bekommen? Im Schulausschuss am Donnerstagabend waren sich alle Fraktionen einig, dass mehr getan werden muss. Doch wie die zunehmend schwierigere Lage gelöst werden kann, darüber gingen die Meinungen auseinander. Lars Kosten (FDP) betonte, dass die Stadt mit rund 250000 Euro genug zahlen würde und nun das Land in der Pflicht sei. Ulrich Becker (SPD) hingegen setzte sich für weitere Maßnahmen der Stadt ein. „Wir müssen jetzt handeln. Wir können die Schulen mit den Problemen nicht alleine lassen.“

„Die Zahlen sind dramatisch geworden“, erklärte Lehrervertreter Harald Küster. Er sprach aber von einer „Erfolgsstory“ der Schulen und der Politik. Denn das Engagement der Stadt, Schulsozialarbeiter zu finanzieren, habe bislang dazu geführt, dass viele Kinder die Schule erfolgreich absolviert und eine Ausbildung begonnen hätten. „Doch wir brauchen wöchentlich mehr Unterstützung. Es hat eine Völkerwanderung eingesetzt.“ Von daher, so Küster, sei der Antrag, zumindest eine weitere Schulsozialarbeiterstelle ab 2016 zu finanzieren, ein „gutes Signal“ (wir berichteten).

Die Frage, die sich der Politik angesichts einer angespannten Haushaltssituation stellt, ist jedoch, wie weitere Stellen finanziert werden sollen.

Günter Lübke (CDU) verwies auf zahlreiche Fördermaßnahmen des Landes für Sprachlernklassen, Sprachförderkurse und Sozialarbeiterstellen. „Es muss uns gelingen, Geld zu bekommen“, betonte er. „Wir können als Stadt nicht immer mehr ins System pumpen.“ Wenn alle Mittel abgeschöpft seien, so Lübke, könnten die Lücken durch den städtischen Haushalt gefüllt werden. Vor diesem Hintergrund reagierten die Christdemokraten verärgert auf die Auskunft der Rektorinnen von Wall- und Holbeinschule, dass ihnen die Einrichtung von (weiteren) Sprachlernklassen nicht finanziert werde. Schon zur nächsten Sitzung soll die Landesschulbehörde erklären, warum keine weiteren Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Wie berichtet, hatten die Schulen und die UWG die Finanzierung von drei weiteren Schulsozialarbeitern durch die Stadt beantragt. Da wollte die Mehrheit des Ausschusses aber nicht mitgehen. Wolfgang Sasse (CDU) warnte davor, sich nur punktuell um die Schulsozialarbeit zu kümmern. „Da kommt mit den Flüchtlingen noch gewaltig was auf uns zu. Die Einschläge kommen immer näher“, kündigte er an, dass die Belastungen für die Stadt noch um ein Vielfaches wachsen werden. Nun gibt es die Empfehlung, verstärkt weitere öffentliche Mittel einzuwerben, zu prüfen, ob sozialpädagogische Stunden der sozialen Treffpunkte auch in Schulen genutzt werden können, sowie nach Möglichkeit eine weitere Schulsozialarbeiterstelle ab 2016 zu finanzieren. Für dieses Aufgabenpaket soll der Tätigkeitsbereich des Arbeitskreises Schulen der Stadt erweitert werden.

dr

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