Acker im Pestruper Moor soll zu Wald werden / Jugendliche melden sich freiwillig

Schüler pflanzen 600 Bäume fürs Klima

Erst den Spaten in die Erde, dann die Weide hinterher. Auf einem knapp 2 000 Quadratmeter großen Acker im Pestruper Moor, der dem Wasserverband gehört, pflanzten die Schüler 600 Bäume. Fotos: bor

Pestrup - Von Ove Bornholt. Großes Gewusel auf einem Acker im Pestruper Moor: Am Montagnachmittag bevölkern mehr als 60 Schüler aus dem ganzen Landkreis Oldenburg die 2 000 Quadratmeter große Fläche, um dort 600 Hainbuchen sowie Sal- und Asch-Weiden zu pflanzen. Die jungen Leute werden zu Klimabotschaftern ausgebildet. Hinter der Aktion steckt eine Kooperation des Landkreises Oldenburg mit dem Waldpädagogikzentrum Weser-Ems (Landesforsten) und der Initiative „Plant for the Planet“.

Mitten zwischen den Schülern stapft Heino Werner vom Forstamt Ahlhorn über den Acker und zieht mit seinen gelben Gummistiefeln Linien in den feuchten Acker. Entlang dieser sollen die Mädchen und Jungen die Bäume pflanzen. „So genau kommt es aber nicht drauf an. Hauptsache, die wachsen nach oben“, gibt sich Werner entspannt. Es ist nicht das erste Mal, dass er mit Schülern arbeitet. Der Forstwirt aus Emstek gibt klare Anweisungen, wie der Spaten zu halten ist, und geht auch mal dazwischen, wenn die Jugendlichen die Weiden aus Unkenntnis nicht ordentlich in die Erde setzen.

Bevor die Schüler an die frische Luft durften, waren sie im Kreishaus. Dort beschäftigten sie sich mit den Themen CO2 und Klimaschutz. Nach dem theoretischen Teil inklusive Begrüßung durch Landrat Carsten Harings ging es im Bus ins Pestruper Moor.

Die Pflanzung dort ist wichtig. Sie soll eine Art Waldrand zu den Eichen bilden, die vor 20 Jahren nebenan eingebuddelt wurden, erklärt Horst Wieting vom Forstamt. Der Boden sei sehr mager – mit wenig Wasser und Nährstoffen. Doch durch die landwirtschaftliche Nutzung des benachbarten Ackers würden Stickstoffe in den langsam vor sich hin wachsenden Eichenwald eingetragen. Das will er mit der Grenzpflanzung verhindern.

Teagan Kruse und ihre Freundin Mirja Dierks (beide elf Jahre) kommen aus Wardenburg, besuchen die Waldschule in Sandkrug und haben sich freiwillig für die Aktion gemeldet. „Weil es mehr Spaß macht, zu pflanzen, als in der Schule rumzuhocken“, sagt Mirja recht unverblümt. „Der Wald ist besser als die Schule“, ergänzt Teagan. Ihre Lehrerin hätte ihnen von der Pflanzung erzählt und da hätten sie mitmachen wollen. „Wir fanden die Idee ganz toll“, sagt Teagan.

Alle Teilnehmer erhielten bei der von der Landessparkasse zu Oldenburg bezuschussten Veranstaltung am Ende des Tages noch Urkunden vom Landkreis Oldenburg. Klimaschutzmanagerin Manuela Schöne war ebenfalls auf dem Acker und freute sich über das Engagement der Schüler.

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