41-Jähriger wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt

Schreckschusswaffe mit Laserpointer bestückt

Der Besitz von Schreckschusswaffen ist legal, sie dürfen aber nicht grundsätzlich verändert werden. Symbolfoto: dpa
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Der Besitz von Schreckschusswaffen ist legal, sie dürfen aber nicht grundsätzlich verändert werden. Symbolfoto: dpa

Wildeshausen – Ein 41-jähriger – vor zwei Jahren noch in Wildeshausen lebender – Mann musste sich am Montag vor dem Amtsgericht in der Kreisstadt wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Bei ihm war am 28. Februar 2019 bei einer Hausdurchsuchung eine veränderte Schreckschusspistole gefunden worden. Nun muss er 1 200 Euro Strafe zahlen, wenn er das Urteil akzeptiert.

Nach Einschätzung der Verteidigung gab es allerdings keinen Grund für die Verurteilung. Es sei nicht mal nachgewiesen worden, dass sein Mandant Besitzer des Schussgerätes gewesen sei, so der Anwalt, der auf Freispruch plädierte.

Hausdurchsuchung an der Pestruper Straße

Warum es vor zwei Jahren zu der Wohnungsdurchsuchung gekommen war, wurde im Laufe des Verfahrens nicht mitgeteilt, da es wegen weiterer Fälle noch nicht abgeschlossen ist. Fakt ist, dass die Polizei damals gezielt vorgegangen war und bei dem Wildeshauser eine baulich veränderte Schusswaffe mit angeklebten Laserpointer gefunden hatte.

Ein Sachverständiger für Waffen und Munition vom Landeskriminalamt in Hannover hatte das Schussgerät untersucht und nahm in der Verhandlung Stellung. Es handelte sich seinen Angaben zufolge um eine Morph-3X-Pistole mit Zielfernrohr, die frei im Handel erhältlich ist. Daran hatte der Angeklagte einen handelsüblichen Laserpointer mit Klebeband befestigt, der das anvisierte Ziel markieren konnte. Die Pistole hatte eine Laufverlängerung sowie eine aufgesetzte PET-Flasche als Schalldämpfer. Die Schusskraft entsprach den gesetzlichen Vorgaben.

Laserpointer mit Klebeband befestigt

Der Gutachter befand, dass Kollegen schon die Laufverlängerung und den Schalldämpfer als nicht erlaubten Umbau definieren könnten. Für ihn war aber der Laserpointer ausschlaggebend. Solche Apparaturen hätten sonst nur Mitglieder von Sondereinsatzkommandos oder die Bundeswehr – allerdings dann als Dauerstrahlelement. „Ich kann damit gut das Ziel markieren“, erklärte der Sachverständige.

Der Verteidiger hielt von der Einschätzung des  Experten nicht so viel. Der Laserpointer sei nicht fest mit der Pistole verbunden gewesen, monierte er. Beide Gegenstände seien als Einzelteile legal, somit dürfe es nur einen Freispruch geben.

Mann einschlägig vorbestraft

Die Staatsanwältin sah hingegen in der Kombination eine unzulässige Schusswaffe. Es sei nicht wichtig, wie Pistole und Laserpointer miteinander verbunden gewesen seien. Man habe mit zwei Händen gleichzeitig markieren und schießen können. Weil der Angeklagte zudem einschlägig – unter anderem wegen unerlaubten Waffenbesitzes – vorbestraft sei, sei er erneut zu bestrafen. „Es war zwar nur eine Schreckschusswaffe, weshalb eine Geldstrafe angezeigt ist.“ Aber diese müsse wegen der wiederholten Tat deutlicher ausfallen, so die Anklagevertreterin. 2 400 Euro seien angemessen.

Die Richterin stimmte der Staatsanwältin grundsätzlich zu, verurteilte den Mann aber „nur“ zu 1 200 Euro Strafe wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die Pistole sei bei ihm gefunden worden, deshalb sei er auch der Besitzer. Es sei zudem nicht entscheidend für das Vergehen, wie der Laserpointer an der Waffe befestigt worden sei und ob er eine Dauerfunktion gehabt habe. Des Weiteren sei der Angeklagte bereits einschlägig in Erscheinung getreten, so die Richterin.

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