An der Dr.-Klingenberg-Straße soll die Schranke weg

Diakonie plant drei neue Häuser für 3,6 Millionen Euro

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Im Gespräch über die Konversion: Ute Quednow, Geschäftsführerin des Diakonie-Himmelsthür-Servicecenters in Hildesheim-Sorsum, sowie Barbara Wündisch-Konz und Jörg Arendt-Uhde (von links) von der Diakonie in Wildeshausen. Im Hintergrund ist das Haus „Cloppenburg“ zu sehen, das abgerissen wird.

Wildeshausen - Die Diakonie Himmelsthür plant drei neue Häuser auf ihrem Zentralgelände an der Dr.-Klingenberg-Straße in Wildeshausen. Letztere soll für den allgemeinen Verkehr geöffnet werden – auch damit die Bewohner der Gebäude in Kontakt mit der Nachbarschaft treten. Das Projekt ist Teil der Konversion, die eigentlich dazu führen soll, dass weniger Menschen mit Behinderung auf dem Zentralgelände wohnen. Aber längst nicht jeder kann und will das Areal dauerhaft verlassen.

Regionalgeschäftsführer Jörg Arendt-Uhde stellte die Pläne am Donnerstag im Rahmen eines Pressegesprächs vor. 36 Menschen, zum Beispiel Autisten und andere stresssensible Personen, sollen 2020 in die ebenerdigen Gebäude einziehen. Geplant sind kleine Wohngemeinschaften mit eigenen Räumen, damit man sich auch zurückziehen kann. Vor einem Monat stellte die Diakonie eine Bauvoranfrage bei der Stadt. Zudem präsentierte Arendt-Uhde die Pläne dem Bürgermeister und den Fraktionen. Bisher mit positivem Echo. Pro Platz rechnet die Diakonie mit Kosten von 100.000 Euro, macht 3,6 Millionen. Allerdings nur, wenn die Ausgaben für Bauprojekte nicht so rasant steigen wie in den bisherigen Jahren.

Das Vorhaben passt eigentlich nicht zur Konversion, in deren Rahmen die Bewohner nach und nach das Himmelsthür-Gelände verlassen sollen. 2009 waren es noch 411 Menschen, inzwischen nur noch 250. Und bis 2023 soll die Zahl auf rund 100 sinken. Immer mit dem Ziel, behinderte Personen in die Gesellschaft zu integrieren. Zu diesem Zweck kaufte, mietete und baute die Diakonie mehrere Gebäude in Sandkrug, Delmenhorst, Kirchweyhe, Harpstedt, Hude und Goldenstedt. 

Im rot umrandeten Bereich neben dem Fürstin-Elisabeth-Haus im Westen des Himmelsthür-Geländes sollen drei neue Gebäude errichtet werden.

Die Inklusion sei kein Selbstläufer, betonte Arendt-Uhde. „Natürlich gibt es Konflikte mit den Nachbarn. Zum Beispiel wenn jemand draußen herumläuft und laut schreit.“ Das sei auf dem Zentralgelände, für viele eine „geschützte Oase“, möglich, führe aber in Wohngebieten zu Problemen. „Es ist eine Herausforderung. Für die Nachbarn, aber auch für uns.“ Viele Mitarbeiter müssten nach Hude, Delmenhost und Harpstedt statt Wildeshausen fahren. Dennoch seien die Kollegen von der Konversion überzeugt, ist sich der Geschäftsführer sicher.

Arendt-Uhde plädiert dafür, jedem Bewohner die Chance zu geben, dezentral außerhalb des Areals an der Dr.-Klingenberg-Straße untergebracht zu werden. Einige wollten das aber nicht. Eben für diese soll mit den drei neuen Häusern weiter eine Wohnmöglichkeit bestehen. Auch das sanierte Fürstin-Elisabeth-Haus wird weiter bewohnt. Was mit den restlichen Gebäuden der Himmelsthür passiert, ist noch nicht klar. Arendt-Uhde hofft, dass sich Investoren oder eine Lösung im Rahmen von „Wildeshausen 2030“ finden wird. 

bor

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