MIT unterstützt Ausbildungsbrücke / Paten gesucht

Schon heute an die Zukunft denken

„Wer, wenn nicht wir?“ ist auf dem Plakat zum Projekt zu lesen – die Verantwortung für junge Menschen schieben Manfred Wulf (r.) und Helmut Rang (l.) von der MIT nicht von sich. Sie unterstützen Projektkoordinator Gerd Jacoby finanziell und ideell.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (cs) · „Viele Unternehmen haben grundsätzlich nicht erkannt, welches Qualifizierungsproblem auf sie zukommt.“ Dessen ist sich Manfred Wulf, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung (MIT) Wildeshausen, sicher. Deshalb unterstützt die MIT das Projekt Ausbildungsbrücke – die Wildeshauser Unternehmer wollen etwas tun, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen.

„Wir werden einen Riesenbedarf an Fachkräften in der Region haben. Das ist eine Einbahnstraße, die nicht wieder zurück geht“, so Wulf. Deshalb sei es „überlebensnotwendig, dass wir uns heute mit der Qualifizierung junger Menschen auseinander setzen.“

Das soll auch mit Hilfe Gerd Jacobys passieren. Der ist in Wildeshausen Koordinator des bundesweiten Diakonie-Projekts Ausbildungsbrücke. Jugendliche werden von der achten Klasse an bis mindestens zum Ende des ersten Ausbildungsjahres von Paten begleitet. Das soll nicht nur den Jugendlichen helfen, den richtigen Job zu finden – sondern auch den Unternehmen, die so qualifizierte Bewerber bekommen. „Die Arbeit Jacobys unterstützen wir mit 1 000 Euro“, so der MIT-Vorsitzende. Der Betrag solle nicht nur als finanzielle Unterstützung gesehen werden, sondern auch Aufmerksamkeit für das Thema wecken.

Zehn Jugendliche der Wildeshauser Hauptschule werden zur Zeit von neun Paten aus Wildeshausen, Dötlingen und Harpstedt betreut. „Drei Achtklässler warten noch auf ihre Paten“, berichtet Jacoby. Keineswegs werden die jungen Menschen gezwungen, bei dem Projekt mitzumachen – die Entscheidung treffen sie alleine. „Wir suchen dringend weitere Paten“, betont Jacoby. Schließlich gibt es nach den Sommerferien neue Achtklässler, die Unterstützung gebrauchen können. In Frage kämen „gestandene Menschen“, die sich zutrauen, Schüler an die Hand zu nehmen. „Als allererstes muss ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden“, betont der Projektkoordinator. Interessen, Fähigkeiten und auch Defizite sollen die Jugendlichen anschließend mit Hilfe ihrer Paten erarbeiten, schließlich gemeinsam nach Praktika und Ausbildungsplatz suchen. „Alles in Kooperation mit den Eltern“, so Jacoby. Besonders wichtig sei, den Dialog zwischen Jugendlichem und Paten nicht abzubrechen, wenn der richtige Job gefunden ist. „Die Begleitung im ersten Ausbildungsjahr ist sinnvoll, weil viele Jugendliche nicht frust-resistent sind.“ Nach dem ersten Anpfiff durch den Chef verzweifelten viele junge Menschen – und kämen unter Umständen nicht mehr zur Arbeit. „Die Abbrecherquote unter Auszubildenden beträgt 20 Prozent, im Handwerk sogar 25 Prozent.“

Die Erfahrung hat auch Helmut Rang, MIT-Vorstandsmitglied und Bauunternehmer, gemacht. Hoch motiviert sei ein junger Mann gewesen, den er eingestellt habe – nach wenigen Tagen war es damit vorbei, der Jugendliche war wie vom Erdboden verschluckt. Vielleicht hätte ein Pate ihn wieder motivieren können.

Gerne würde Jacoby das Projekt Ausbildungsbrücke nicht nur auf die Hauptschule beschränken. „Wir dürfen auch die Förderschüler nicht vergessen. Auch sie haben Interessen und Qualitäten.“ Gelingt das nicht, „dann werden Betriebe Dolmetscher anstellen müssen, um ihre Azubis zu verstehen.“

Selbstverständlich tragen auch die Betriebe dazu bei, dass Jugendliche den geeigneten Job finden – es ist unerlässlich, dass sie Praktika- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Dann kann die Zukunft gemeistert werden – mit all ihren Schwierigkeiten und Herausforderungen.

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