Ausländische Kinder besuchen Sprachcamp

Auf der Schnitzeljagd Deutsch lernen

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Gemeinsam mit den Schulsozialarbeiterinnen, „Mittendrin“-Mitarbeitern und Praktikanten verbessern die Kinder im Sprachlerncamp ihre Deutschkentnisse. 

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Während der Schulhof der Wildeshauser Wallschule am Montag wie ausgestorben wirkte, kickten hinter dem Gebäude 18 Kinder munter in der warmen Mittagssonne auf dem sandigen Bolzplatz. Die Jungen und Mädchen aus Bulgarien, Polen, Syrien und dem Irak nehmen in dieser Woche am Sprachlerncamp der Wildeshauser Schulsozialarbeiter und des Treffpunkts „Mittendrin“ teil. Jeden Tag von 8 bis 16 Uhr verbessern ausländische Kinder, die nur schlecht Deutsch sprechen, ihre Sprachkenntnisse. Und dafür setzen die Veranstalter auf alles andere als gewöhnlichen Unterricht.

Am Montagnachmittag brachen die Acht- bis Elfjährigen in kleinen Gruppen in die Innenstadt auf, besorgten sich Stadtpläne in der Tourist-Info und schauten bei der Gilde-Uhr vorbei. Im Rahmen einer Schnitzeljagd mussten sie verschiedene Aufgaben lösen – und unter anderem herausfinden, wie lange es noch bis Pfingsten ist (61 Tage).

Während dieser Woche gilt vor allem eine Regel: Deutsch sprechen. Und zwar immer. Ob beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielen, Turnen in der Sporthalle oder Ausflug in ein Waldstück am Katenbäker Berg. Da sich die Kinder verschiedener Nationalitäten untereinander nicht wie in ihren Familien in ihren jeweiligen Landessprachen verständigen können, sollen sie Deutsch sprechen, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Dabei helfen sich die Mädchen und Jungen auch gegenseitig.

Spannend wird es, wenn die Teilnehmer ihren geschützten Bereich verlassen. Für Donnerstag ist zum Beispiel ein Besuch des Wochenmarkts angesetzt. Und damit mittags auch leckere Burger (halal und vegetarisch) auf den Tisch kommen, müssen vorher natürlich die richtigen Zutaten eingekauft werden. „Es geht auch darum, dass die Kinder Dinge unternehmen, die sie mit ihren Familien nicht machen“, meinte Antje Becker, Sozialarbeiterin der St.-Peter-Schule.

Zwischendurch wird immer mal wieder frei gespielt. Und am Freitag steht dann der große Ausflug nach Bremen an. Dann würden die Teilnehmer aus ihrer „Komfortzone“ geholt, erklärt Sabine Haferkamp-Maey. Wie die Schulsozialarbeiterin der Wallschule ausführt, müssen sich die Kinder in der großen Stadt orientieren und auch alltägliche Probleme wie das Kaufen der Fahrkarten meistern.

Die Wallschule stellt als die mit Abstand größte Wildeshauser Grundschule mit elf Teilnehmern die meisten der Mädchen und Jungen, drei kommen von St.-Peter und vier von der Holbeinschule. Allerdings hätten es deutlich mehr Kinder sein können, 30 Plätze hat das Sprachlerncamp. Doch vor allem Bulgaren hätten die Osterferien oft schon verplant, berichten die Schulsozialarbeiterinnen. Gudrun Hohnhorst vom „Treffpunkt Mittendrin“ ergänzte, dass viele Familien entweder in die Heimat gefahren sind oder Besuch von dort bekommen haben.

Möglich wurde die Veranstaltung durch die landesweit aktive „Lotto-Sport-Stiftung“ mit Sitz in Hannover, die 1700 Euro beisteuerte. So mussten die Eltern nur 15 Euro pro Kind für die Teilnahme an der Aktion bezahlen. Vor vier Jahren gab es das erste Sprachlerncamp in der Kreisstadt. Ob es 2020 oder in den kommenden Jahren wiederholt wird, ist noch offen. Auch weil dafür wieder eine Förderung benötigt würde.

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