EWE will 3 800 Haushalte im Landkreis Oldenburg anschließen

Schnelles Internet bis Oktober

Im Blickpunkt: Bürgermeister und Politiker sowie EWE-Projektmanager Daniel Böttcher (links) nehmen einen Verteilerkasten in Augenschein. Foto: Bornholt

Neerstedt - Von Ove Bornholt. Bis Oktober sollen 3 800 Haushalte im Landkreis Oldenburg einen schnelleren Internetzugang mit Bandbreiten von 50 bis 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erhalten. Das kündigte die EWE am Montagvormittag bei einem Pressegespräch im Neerstedter Rathaus an. Auch viele Bürgermeister und Politiker waren gekommen, um sich über den aktuellen Stand beim Netzausbau zu informieren.

Insgesamt profitieren 108 Gebiete im Landkreis. Welche das sind, ist auf der Internetseite www.oldenburg-kreis.de einsehbar. Sobald das schnellere Internet verfügbar ist, schreibt EWE die betroffenen Haushalte an. Diese können allerdings auch mit einem anderen Anbieter ins Geschäft kommen, der die Leitung von dem Oldenburger Konzern mietet.

In den meisten Arealen sind schon Leerrohre verlegt worden, in die nach und nach Glasfaserkabel eingeblasen werden, wie es im Fachjargon heißt. Anschließend müssen noch die Verteilerkästen, von denen nach wie vor die Kupferleitungen zu den Haushalten führen, ertüchtigt werden. Das trifft für 88 der Gebiete zu. 20 erhalten Glasfaserverbindungen bis zum Haus, die leistungsfähiger aber auch teurer sind.

Insgesamt investiert die EWE laut Planung 7,8 Millionen Euro und tatsächlich wahrscheinlich sogar mehr im Landkreis Oldenburg, weil die Baukosten gestiegen sind. „Der Markt ist heiß“, betont Torsten Wüstenberg von der EWE Netz GmbH. Inzwischen brauche es zwölf Wochen, um eine Tiefbaufirma zu engagieren. Und die verlange statt früher 30 Euro pro Meter dann auch 50 Euro.

Viele Leerrohre sind verlegt: EWE kommt beim Breitbandausbau voran. ArchivFoto: bor

Das ist nicht das einzige Problem, vor dem die EWE steht. In den meisten Fällen gehören die erwähnten Verteilerkästen der Telekom, die das Netz einst von der Deutschen Post übernommen hatte. Und der Bonner Telekommunikationsriese kommt nicht ganz hinterher, wenn es um das Freischalten der Verteiler geht. So sieht es zumindest die EWE. „Eigentlich war schon im Oktober geplant, erste Schränke aufzuschalten“, sagte Daniel Böttcher, Projektmanager für den Landkreis Oldenburg. Doch bei der Telekom gebe es einen „massiven Stau“. Die EWE habe das Unternehmen bereits auf dessen Pflichten hingewiesen, so Böttcher, der auch Verständnis für die Lage des Konkurrenten hat. Da in vielen Kommunen ausgebaut werde, würde dieser mit entsprechend vielen Anfragen konfrontiert.

„Wir versprechen schon seit drei Jahren schnelleres Internet“, räumte Landrat Carsten Harings selbstkritisch ein. „Heute endlich können wir einen ersten Stepp setzen.“ Mit seiner Freude war er nicht alleine. „Es wird Zeit, dass man sieht, dass es besser wird“, meinte Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille. Sein Bauamtschef Uwe Kläner ergänzte: „Wir kriegen täglich Anfragen. Die Leute verstehen nicht, was gemacht wird.“ Auch Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse betonte, wie wichtig schnelles Internet ist: „Lieber ein Schlagloch in der Straße als langsames Netz. Für viele potenzielle Käufer ist das ein K.-o.-Kriterium.“

Der Landkreis hatte im Jahr 2016 Anträge auf Fördermittel von Bund sowie Land gestellt und den Auftrag Mitte 2017 an die EWE vergeben. Bis diese jedoch loslegen konnte, dauerte es eine Weile. Der Start der Tiefbauarbeiten erfolgte im Juni 2018. Das jetzt im Endspurt befindliche Projekt ist das erste von mehreren. „Das zweite wird deutlich teurer“, kündigte Landrat Harings an. Genaue Zahlen dürfe er aber noch nicht nennen, „da wir uns mitten im Verfahren befinden“, erklärte er.

So weit ist EWE in den einzelnen Kommunen:

In der Gemeinde Dötlingen gibt es 17 Projektgebiete mit 384 Haushalten, die profitieren. Der Tiefbau (18 Kilometer) ist zu 95 Prozent abgeschlossen, und 65 Prozent der Leerrohre beinhalten Glasfaserkabel. Bis März sollen die ersten Häuser profitieren.

In Großenkneten sind hingegen gerade mal 50 Prozent der Tiefbauarbeiten (39 Kilometer) erledigt. Im zweiten und dritten Quartal können die ersten der 188 Adressen in den 14 Projektgebieten schnelleres Internet erhalten.

In der Samtgemeinde Harpstedt sollen gar 502 Haushalte profitieren. Während die Tiefbauarbeiten (36 Kilometer) abgeschlossen sind, ist die EWE beim Glasfaser erst bei 30 Prozent. Die restlichen Leitungen sollen aber bis März verlegt werden, sodass die ersten Haushalte noch im ersten Quartal angeschlossen werden können.

In der Stadt Wildeshausen sind 100 Prozent der Leerrohre verlegt (16 Kilometer) und zur Hälfte mit Glasfaser bestückt. Auch hier sollen bis März die ersten Anschlüsse profitieren.

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