Fallböe reißt mächtige Eichen um 

Schneise der Verwüstung durch Bauerschaft Hanstedt

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Mit einem Abrissbagger wurde am Sonnabend der beschädigte Dachbereich eines Bauernhauses in Hanstedt freigeräumt. 

Wildeshausen - Ein schweres Unwetter mit lokalen Gewitterzellen hat am Freitagabend die Region heimgesucht.

Die Rettungskräfte waren im Dauereinsatz. Besonders heftig traf es die Ortschaft Hanstedt in der Wildeshauser Landgemeinde. Dort fegte eine Fallböe, ein sogenannter Downburst, durch den Ort und hinterließ auf 300 Metern eine 50 Meter breite Schneise der Verwüstung. Zahlreiche Bäume wurden ausgerissen und türmten sich übereinander. Ein Bauernhaus wurde massiv beschädigt.

Ersten Schätzungen zufolge dürfte der Schaden im nördlichen Landkreis Vechta und in Wildeshausen in die Millionen Euro gehen. Glücklicherweise wurden keine Menschen verletzt. Auch die Ernte sei betroffen sein, sagte ein Sprecher der Polizeileitstelle in Oldenburg. Mais- und Weizenfelder waren nach dem Sturm platt gelegt. Dicke Eichenbäume hielten dem Sturm nicht stand und stürzten um.

Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften in der Nacht in Hanstedt, wo ein Baum auf eine Hofstelle gefallen war.

Für die schweren Schäden seien Windböen verantwortlich, die mit mindestens 100 Kilometern pro Stunde übers Land gerast seien, sagte der Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes, Josef Kantuzer. „Es waren Böen mit der Windstärke zehn, die können auch einen belaubten Baum, der gute Angriffsfläche bietet, umlegen“, erklärte er. Ursache seien lokal begrenzte Gewitter gewesen, die auch Starkregen mit sich brachten.

Die Einsatzkräfte mussten stundenlang Bäume von Straßen räumen und Stämme zersägen.

Die Feuerwehren aus Wildeshausen, Düngstrup, Dötlingen sowie Neerstedt waren am Freitag ab 19.40 Uhr im Dauereinsatz. Zunächst eilten sie nach Hanstedt. In der Bauerschaft wurde eine Hofstelle durch den Sturm schwer getroffen. Zeitweise wurden die Feuerwehrleute von einem 70-Tonnenkran sowie einem 160-Tonnenkran unterstützt, um die Bäume zur Seite zu ziehen.

Auch Autokräne wurden in der Nacht eingesetzt.

„Während des laufenden Einsatzes wiesen uns Verkehrsteilnehmer darauf hin, dass auf dem Weg von Hanstedt nach Goldenstedt-Altona diverse Bäume auf die Straße gestürzt waren“, so Jens Hogeback von der Feuerwehr in Wildeshausen. „Zwischenzeitlich wurde sogar vermutet, dass sich ein Auto mit einer jungen Frau unter diesen Bäumen befinden würde. Diese Befürchtung stellte sich glücklicherweise als falsch heraus.“

Die Bäume auf der Straße wurden mithilfe eines Traktors und eines Frontladers zur Seite geräumt. Danach mussten mehrere Bäume von der Landesstraße L  882 Richtung Ellenstedt beseitigt werden, um den Verkehr nicht zu gefährden. Auf einem Abzweig der L 882 waren zudem 15 größere Bäume auf eine Telefon-Oberleitung gestürzt. Diese wurden durch einen Radlader weggeräumt.

Abgebrochene und entwurzelte Fichten bei Hanstedt. 

Weiter ging es für die Feuerwehren wieder nach Hanstedt, wo weitere große Bäume von der Straße gezogen werden mussten. Die Drehleiter aus Wildeshausen war währenddessen in der Gemeinde Goldenstedt eingesetzt. Der Ort im Landkreis Vechta wurde ebenfalls stark von dem Unwetter getroffen. 

Unwetter verwüstet nördlichen Kreis Vechta

Auch am Sonnabend waren die Feuerwehrleute aus Wildeshausen im Einsatz. So wurde die Drehleiter zur Unterstützung der Feuerwehr Goldenstedt nach Einen angefordert. Die Kräfte sägten Dächer frei, entfernten Baumkronen und unterstützten Forstarbeiten durch Anbringen von Drahtseilen. 

Dort werden die Aufräuarbeiten noch länger andauern, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Eine Kreisstraße bei Goldenstedt bleibe bis Montagabend gesperrt.

Nach Unwetter: Bilder der Verwüstung bei Goldenstedt

dr

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