AUS DEM GERICHT 23-Jähriger aus der Haft vorgeführt

Schmuggel fliegt in Wildeshausen auf

In Handschellen kam der 23-Jährige ins Amtsgericht, das er dann aus freien Stücken verlassen konnte.

Wildeshausen – Große Erleichterung herrschte am Donnerstag bei einem 23-jährigen Niederländer, der seit vier Monaten wegen unerlaubter Einfuhr von Drogen in Vechta in Untersuchungshaft saß. Nach dem Urteil, 14 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung, durfte er im Amtsgericht seine Schwester in den Arm nehmen und mit ihr die Heimreise antreten. Er versprach der Richterin, so etwas nie wieder zu tun.

Laut Anklage hatte der Mann am 18. Juli in einem Trolley 61,1 Gramm Kokain mit noch nicht vom Labor bestimmtem Wirkungsgehalt sowie zwei Gramm Marihuana von Rotterdam nach Deutschland eingeführt und war auf einem Autobahnrastplatz in Wildeshausen kontrolliert worden. Er stand unter dem Einfluss von Cannabis und wurde beschuldigt, mit den Drogen zu handeln.

Am 19. Juli hatte der junge Mann vor der Richterin gestanden und sehr geschockt auf den Haftbefehl mit einer zunächst zweimonatigen Telefon- und Postsperre reagiert. Die gleiche Richterin war nun die Vorsitzende des Schöffengerichtes.

Die beiden Verteidiger des 23-Jährigen räumten die unerlaubte Einfuhr der Drogen ein, bestritten aber den geplanten Handel. Ihr Mandant habe regelmäßig Marihuana konsumiert sowie hin und wieder Kokain. Somit seien die Substanzen zum Eigenkonsum gedacht gewesen.

Die Verteidiger verwiesen darauf, dass noch immer kein Wirkstoffgutachten vorliegt. Deshalb würden sie Revision beantragen, wenn das Gericht von einem durchschnittlichen oder hohen Gehalt ausgehen würde. Ein geplanter Handel mit den Drogen sei nicht zu beweisen, da keine dazu geeigneten Utensilien wie Beutel oder eine Waage gefunden worden seien. Von daher könne man in diesem Zusammenhang von einem minderschweren Fall ausgehen, bei dem die Haft aufzuheben sei und eine einjährige Freiheitsstrafe auf Bewährung reiche.

Diesen Weg wollte der Staatsanwalt nicht mitgehen. Die Menge des Kokains sei nicht gering gewesen und es handele sich dabei um eine harte Droge. Zudem halte er es für seltsam, dass jemand auf einen Schlag für bis zu 4 000 Euro Kokain für den Eigenverbrauch kaufe und mit sich führe. Auffällig sei ebenfalls gewesen, dass im Auto mehrere leere Verstecke gefunden worden seien. „Das war wohl nicht das erste Mal“, so die Vermutung. Er plädierte für zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Die Richterin und die Schöffen beließen es hingegen bei 14 Monaten und einer Geldauflage von 800 Euro wegen eines minderschweren Falles der Einfuhr von Drogen. Der Handel sei nicht zu beweisen, und die Untersuchungshaft sei bereits eine Lehre für den jungen Mann gewesen. Noch einmal dürfe solch eine Tat aber nicht geschehen. „Dann sehen wir uns hier wieder, und dann gibt es Haft“, so die Richterin in ihrem Schlusswort.  dr

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