Hunte-Wasseracht will bald ökologische Durchgängigkeit der Hunte am Zwischenbrückener Wasserkraftwerk realisieren

Schlitzpass oder Ausbau des Umfluters?

Informierten sich über den Stand der Planungen zu einer ökologischen Durchgängigkeit der Hunte: die FDP mit dem umweltpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion, Gero Hocker (4.v.r.) - Foto: an

Wildeshausen - „Bald sehen wir vor unserem Hunte-Wasserkraftwerk wieder die Lachse hochspringen“, sagte Ralf Siemer vom Fischereiverein am Dienstag während eines Ortstermins mit Vertretern der Hunte-Wasseracht am Kraftwerk in Zwischenbrücken.

Die FDP hatte dazu eingeladen, um den Stand der Planungen zu den Umbaumaßnahmen abzufragen, die die Hunte in Wildeshausen wieder zugunsten der Wanderfische ökologisch durchgängig machen sollen. Anwesend waren nicht nur mehrere Fischer sowie Bürgermeister Jens Kuraschinski, sondern auch Gero Hocker, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion.

Dass die Lachse dieses Jahr wieder vergeblich am Wasserfall des Kraftwerks hochspringen werden, steht bereits fest. Doch in absehbarer Zeit soll die ökologische Durchgängigkeit der Hunte endlich sichergestellt werden. Das Projekt ist schon lange in Planung, doch eine Fischtreppe gestaltet sich laut Hans-Dieter Buschan von der Hunte-Wasseracht weitaus schwieriger als gedacht. Die Bebauung rund um das Kraftwerk in Zwischenbrücken, mitten im innerstädtischen Kernbereich, lässt entsprechende Umbaumaßnahmen am Kraftwerk kaum zu. Die Planung sah bisher die Lösung der Durchgängigkeit durch einen Schlitzpass vor, ähnlich wie es beispielsweise schon in Oldenburg geregelt wurde. Doch diese Variante würde 2,5 bis 2,8 Millionen Euro kosten.

Die Vertreter der Hunte-Wasseracht stellten aber noch eine andere Variante vor, die eine Lösung für eine Durchgängigkeit bieten würde. Dazu müsste ein eigens für den Hochwasserschutz angelegter Nebenbach, der sogenannte Huntewasserumfluter, ausgebaut werden. Dieser Umfluter beginnt weit außerhalb des Stadtkerns. Da er jedoch bisher ausschließlich dem Hochwasserschutz dient, führt er zu normalen Zeiten zu wenig Wasser mit einer für Wanderfische wie Meerforellen oder Lachse viel zu geringen Fließgeschwindigkeit.

„Wir müssten also den Fischen dort, wo der Umfluter beginnt, schon einen Impuls geben, hinein zu schwimmen, und den Umfluter außerdem generell ausbauen, damit die Fische auch diesen Weg nehmen, bis er unterhalb des Wasserkraftwerks wieder in die Hunte mündet“, erklärten die Vertreter der Hunte-Wasseracht. Außerhalb des Innenstadtbereichs sei ein naturnaher Ausbau möglich, innerhalb müssten Betonwände eingelassen werden.

„Gerade läuft noch die letzte hydraulische Untersuchung, um zu prüfen, ob unsere Ausbaupläne auch wirklich für die Fischwanderungen ausreichend sein würden“, erläuterten Buschan und sein Kollege den Stand der Dinge.

Ein großer Vorteil gegenüber der anderen Variante seien die Kosten – denn die Umfluter-Variante wäre mit rund 1,5 Millionen Euro zu realisieren.

Da die Stau-Anlagen in der Hunte bis zum hinsichtlich einer ökologischen Durchgängigkeit realisierten Umbau in der Trägerschaft des Landes sind, muss die Hunte-Wasseracht entsprechende Gelder auch beim Land beantragen. „Wenn die Umfluter-Variante sich – wie wir es hoffen – als sinnvoll erweist, kann ich schon sagen, dass wir in diesem Jahr die 1,5 Millionen bekommen würden“, so Buschan.

Dann würden die Ausbaumaßnahmen wohl tatsächlich in absehbarer Zeit beginnen. Mit dem vergrößerten Umfluter wäre fortan der Abstieg der Hunte-Wanderfische geregelt. Für den Aufstieg muss die Hunte-Wasseracht dann ebenso noch eine Lösung finden. - an

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