21-jährige Studentin muss Widersacherin eine Wiedergutmachung zahlen / Verfahren eingestellt

 Schläge und Haareziehen bei Frauenstreit in der Disco

Streit in der Disco: Wer wann wen geschlagen hatte, ließ sich nicht genau ermitteln. SYMBOLoto: dpa

Wildeshausen – Es sollte eine harmonische Feier zum Geburtstag einer 19-Jährigen aus Hannover in der Wildeshauser Diskothek „5 Elements“ werden. Doch die Begegnung von zwei Besuchergruppen, die größtenteils aus jungen Frauen bestanden, entwickelte sich am 4. März 2018 zu einem Handgemenge, das am Dienstag ein Nachspiel im Amtsgericht Wildeshausen hatte.

Die Beweislage war aber auch nach gut zweistündiger Verhandlung unklar. Das Verfahren gegen eine 22-jährige Bremerin wurde deshalb vorläufig eingestellt. Die Studentin muss jedoch 300 Euro als Schadenswiedergutmachung an das 21-jährige Opfer aus Sulingen sowie 200 Euro an die Staatskasse zahlen. Möglicherweise gibt es noch Schmerzensgeldklagen auf zivilrechtlichem Wege.

Laut Anklage hatte die Studentin ihre Kontrahentin um 1 Uhr in der Disco beleidigt und im Streit das Glas gegen die Stirn geschlagen. Danach soll sie ihr Opfer an den Haaren nach unten gezogen haben. Ein Arzt musste nach dem Handgemenge eine ein Zentimeter lange Platzwunde versorgen.

Die Besuchergruppen waren sich erstmalig im VIP-Bereich, den die Hannoveranerin für den Abend reserviert hatte, begegnet. Zunächst durften die jungen Frauen aus Bremen dort sitzen und rauchen. Als die übrigen Geburtstagsgäste kamen, wurden sie nach übereinstimmenden Aussagen freundlich gebeten, den Bereich zu verlassen. Ob es dabei schon zu Beleidigungen kam, ist unklar. Das Geburtstagskind und die Studentin trafen jedoch wenig später an einer Bar erneut aufeinander. Die Studentin, dort in Begleitung von zwei Bekannten, fühlte sich nach eigenen Aussagen von der Frau aus Hannover provoziert, die sie nachgeäfft habe. „Ich habe sie gebeten, zu gehen. Das tat sie aber nicht“, schilderte sie den Vorgang. Deshalb habe sie die Widersacherin mit dem Bein auf Abstand gehalten.

Daran erinnerte sich die Hannoveranerin ganz anders. Sie habe nur Knabbereien holen wollen. Dabei sei sie von der Studentin und zwei Männern beleidigt und in den Rücken getreten worden. Richtig eskaliert sei die Situation aber erst, als man später vor dem VIP-Bereich wieder aufeinandergetroffen sei.

Die Angeklagte, die keinen Alkohol getrunken hatte, schilderte, dass die alkoholisierte 21-jährige Freundin der Hannoveranerin mit den Worten „He meine Süße, was ist dein Problem?“ auf sie zugetreten sei. „Ich habe mich nicht provozieren lassen. Dann schlug sie aber meine Hand herunter, wobei das Trinkglas auf dem Boden zerbrach.“ Weil sie sich angegriffen gefühlt habe, habe sie sich gewehrt. Woher die Wunde bei dem Opfer stamme, könne sie nicht sagen.

Die Sulingerin war sich hingegen sicher: „Sie hat mit dem Glas in der Hand zugeschlagen.“ Ihre Freundin hingegen konnte das nicht bestätigen. Sie habe nur später die blutende Wunde gesehen, erklärte sie.

In dem Handgemenge gab es weitere Verletzungen zu beklagen, die nicht Gegenstand der aktuellen Verhandlung waren. So wurde eine Cousine der Angeklagten niedergestreckt und war drei Minuten bewusstlos. Die Angeklagte ging am nächsten Tag mit einem Hämatom am Oberschenkel zum Arzt, und das Geburtstagskind hatte eine Kieferprellung sowie Schmerzen, weil sich jemand auf sie „raufgeschmissen“ hatte.

Am Ende der Zeugenvernehmung hatten der Verteidiger und die Richterin einige Zweifel, ob überhaupt jemand mit dem Glas zugeschlagen hatte. Es blieb das Angebot, das Verfahren gegen eine Geldstrafe einzustellen, was die Studentin notgedrungen akzeptierte.    dr

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